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Behörde treibt Lkw-Fahrer in Arbeitslosigkeit

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Kurt Schubert hat einen Führerschein, aber die Behörden glauben ihm nicht. © Rossmann

Kurt Schubert (50) bekam seinen Führerschein nicht verlängert – wegen Schlamperei im Amt!

Schwere Kieslaster zu fahren – für Kurt Schubert ein Traumjob. „Das wollte ich immer schon machen“, erzählt der 50-Jährige. Er hatte eine Anstellung bei einer Ebersberger Firma. Doch nun hat er seine Arbeit verloren – weil eine Behörde geschlampt hat!

Schubert wollte nach den gesetzlichen Vorgaben seinen Lkw-Führerschein zu seinem 50. Geburtstag verlängern lassen. Die Unterlagen reichte er bei seiner Heimatgemeinde Albaching (Landkreis Rosenheim) ein, die gab sie weiter ans Landratsamt. Dann der Hammer: Angeblich hat er gar keinen Führerschein...

Dabei hält Schubert das Papier in den Händen – ausgestellt vom Kreisverwaltungsreferat München (KVR), Nummer F 223725. „Ich wurde immer wieder von der Polizei kontrolliert, das letzte Mal im November.“ Den Beamten fiel nie etwas auf, denn offenbar gibt es im Polizei-Computer keinen Eintrag. Bei der Führerschein-Behörde dagegen schon, wie sich jetzt herausstellte. Dort ist der Vermerk gespeichert, dass Schubert der Schein entzogen worden ist.

Diese Behördenpanne könne, so der 50-Jährige, nur mit einem Unfall vor 13 Jahre zusammenhängen: Damals wohnte er in München. Ein Bekannter hatte ihn nach einem Schafkopfabend heimgefahren. Der Bekannte verursachte einen Unfall und flüchtete. Die Polizei verdächtigte Schubert, er sei gefahren. Sie kassierten seinen Führerschein. „Aber zwei Wochen später hatte ich ihn wieder“, erzählt der 50-Jährige der Ebersberger Zeitung. Der Fahrer hatte sich gestellt. Beim Gerichtsverfahren sagte Schubert als Zeuge aus.

Das Problem: Diese Akten sind laut KVR-Sprecher Klaus Kirchmann inzwischen vernichtet. „Vielleicht wurde vergessen einzutragen, dass Herr Schubert seinen Führerschein zurück bekommen hat.“ Aber: In München gebe es dazu keine Unterlagen mehr.

Die Folgen sind dramatisch: Führerschein weg – Kündigung! Von der Agentur für Arbeit bekommt Schubert keinen Cent. „Für die sieht es so aus, als hätte ich meine Arbeitslosigkeit selbst verschuldet.“ Nun hat sich der Brummi-Fahrer einen Rechtsanwalt genommen – seine letzte Hoffnung.

Robert Langer

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