Wer an der Donnersbergerbrücke werkelt

tz-Besuch auf der Großbaustelle

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Autofahrer brauchen hier gute Nerven: Bis September wird die Osthälfte saniert. Die linke Fahrspur Richtung Norden ist auf die gegenüberliegende Fahrbahn verlegt

München - Seit 1. April werkeln um die 50 Bauarbeiter an der Donnersbergerbrücke, noch bis zur Wiesn wird die Osthälfte saniert. Was passiert eigentlich genau auf der Großbaustelle? Die tz schaute sich um.

Die Donnersbergerbrücke im Münchner Westen ist Europas meist befahrenste Brücke – rund 150 000 Autos kreuzen hier jeden Tag. Seit 1. April werkeln um die 50 Bauarbeiter an Münchens Nadelöhr, noch bis zur Wiesn wird die Osthälfte saniert.

Vergangenen Donnerstag bohrte ein Bauarbeiter mit der Schlagbohrmaschine ausversehen ein Gasrohr an und legte den S-Bahn-Verkehr für zwei Stunden lahm. „Das Rohr wird noch repariert, die anderen Arbeiten laufen wieder normal“, sagt Ralf Wulf, Leiter der Hauptabteilung Ingenieurbau im Baureferat. „Die Brücke wird so hergerichtet, dass der normale Lkw-Verkehr ohne Probleme die nächsten Jahre drüber fahren kann.“

Kern der Sanierung: Sogennannte Übergangskonstruktionen werden ausgetauscht. Das sind bewegliche Stahlelemente, die die Längenbewegung des Brückenbauwerks ausgleichen. Denn im Winter zieht sich die Brücke zusammenziehen, im Sommer dehnt sie sich wieder aus.

Aber was passiert eigentlich genau auf der Großbaustelle? Die tz zu Besuch bei den Männern, die unsere Donnersberger Brücke fit machen!

C. Lewinsky

Rost-Schutz

Diese Malerarbeiten dienen nicht zur Verzierung: Ingo S. (49) trägt mit dem Pinsel die Grundierung auf. Die graue Farbe dient als Korrosionsschutz, damit die Enden der Stahlteile nicht rosten. Insgesamt vier Übergangskonstruktionen für Fußgänger werden auf der Osthälfte der Brücke erneuert. Die Stahlteile sind rund 40 Jahre alt und bereits stark abgenutzt.

Betonklötze

Kopf einziehen! Nur 90 Zentimeter ist der Hohlkasten hoch, der sich einen halben Meter unter der Fahrbahn befindet. Hier bohrt Roman (r.) Vorrichtungen für Betonklötze an, die zur Verstärkung des Brückentragwerks befestigt werden – die Brücke wird stabiler. Die alten Betonklötze sind vom Straßensalz angegriffen und haben Risse.

Gehweg

Vorsicht, heiß! Mit dem 700 Grad heißen Bunsenbrenner klebt Wolfang (61) die Dachpappe fest, in dem er die Gummierung anschmilzt – Kollege Rainer hebt sie dafür mit dem Holzspatel an. Die Pappe dient zum Schutz für den darunter liegenden Edelstahlverstärkungsstreifen. Der Streifen dichtet unter dem Gehweg und der Straße das Brückenfundament vor Wasser ab.

Tragwerk

Markus E. (41) klebt mit der Spritzpistole in diesem Loch Stahl fest. Das darunter liegende Spannglied bringt den Beton zusammen mit dem Stahl unter Vorspannung – der Beton ist somit tragfähiger. Immerhin hält das Tragwerk der Brücke zig tausende Tonnen aus! Die Eisenstangen werden zum Schluss zusammengeflochten und mit Beton befestigt.

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