Im Zug vergessen

Die tz bringt dem Bahnsprecher sein Handy zurück

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Bernd Honerkamps Handy liegt in der S4: Hier vergaß er es, als er in Puchheim ausstieg.
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Der ehrliche Finder: Bei tz-Leser Christian Göppel in Allach holen wir das Smartphone ab.
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tz-Reporter Johannes Heininger (r.) wird zum Glücksboten: An der Donnersbergerbrücke übergibt er Honerkamp das Handy – ganz in der Nähe ist dessen Büro.
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Hallo, hier spricht der Bahnsprecher! ­Honerkamp kann wieder telefonieren.

München - Eine Lieferung der anderen Art erledigte jetzt tz-Reporter Johannes Heininger (26). Lesen Sie, wie Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp wieder zu seinem verloren gegangen Handy kam. Frei nach dem Motto: tz – die bringt’s!

Egal ob im Internet oder in der gedruckten Zeitung: Die tz liefert immer die aktuellsten Nachrichten und Neuigkeiten rund um München. Lieferungen ganz anderer Art erledigte jetzt aber tz-Reporter Johannes Heininger (26). Lesen Sie, wie Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp wieder zu seinem verloren gegangen Handy kam. Frei nach dem Motto: tz – die bringt’s!

Angefangen hat die Sache mit der Nachricht, dass sich auf der S-Bahn-Stammstrecke zwischen Marienplatz und Stachus Personen im Gleisbereich befänden. Was war da los? Ein Anruf bei Bernd Honerkamp, Sprecher des DB-Regionalbüros Bayern, sollte Klarheit bringen. Also: Nichts wie ran an den Hörer und die Nummer wählen! Nach wenigen Wähltönen meldet sich am anderen Ende der Leitung eine vorsichtig klingende Stimme: „Hallo?“ Wie gewohnt stellt man sich vor, erklärt sein Anliegen und wartet auf eine zügige Antwort. „Da sind sie bei mir völlig falsch gewickelt“, sagt der Gesprächspartner aber. „Ich habe hier lediglich Herrn Honerkamps Handy, das hat er gestern in der ­S-Bahn liegen lassen.“ Was für ein Zufall! Der Presse geht ein ehrlicher Handy-Finder ins Netz. Das weitere Vorgehen ist schnell klar: Wir vereinbaren mit dem netten Herrn am anderen Ende der Leitung einen Treffpunkt, holen das Smartphone ab und überraschen den ebenso ahnungslosen wie vermutlich verzweifelten Bernd Honerkamp in seinem Büro an der Donnersbergerbrücke.

Der Finder des Telefons, Hardware-Entwickler Christian Göppel (49), empfängt uns gut gelaunt am Eingangstor seines Arbeitgebers in Allach. Das Samsung Galaxy S5 hat er bereits sorgfältig verpackt. Für ein Beweisfoto nimmt es der 49-Jährige aber nochmals heraus. Ob er denn nicht auf die Idee gekommen ist, das wertvolle Telefon (Neupreis fast 400 Euro) einfach für sich zu behalten, wollten wir wissen: „Niemals! Wenn ich so ein Gerät haben möchte, dann kaufe ich es mir. Und außerdem habe ich ja bereits eines. Wenn mir so etwas passieren würde, möchte ich auch, dass es jemand abgibt.“ Respekt!

Also macht sich unser Reporter auf den Weg von Allach zurück in Richtung Innenstadt. Noch in der S-Bahn klingeln wir im Regionalbüro der Deutschen Bahn in der Richelstraße durch. Ein freundlicher Bernd Honerkamp meldet sich – und ist nur wenige Sekunden später sprachlos, als wir ihn über unser Vorhaben aufklären. „Im Ernst? Das ist ja super! Sie ahnen nicht, welche Freude Sie mir bereiten“, frohlockt der Bahn-Sprecher. Wenige Minuten später kommt es am Bahnsteig an der Donnersbergerbrücke zur Handy-Übergabe. Honerkamp sagt: „Ich hatte am Vorabend meinen Geburtstag nachgefeiert, jede Menge Gepäck dabei und dann wohl mein Handy auf einem Müllbehälter im Zug liegen lassen.“ Das war eine S4 in Richtung Geltendorf, Honerkamp stieg in Puchheim aus. Erst am späten Abend ist ihm der Verlust seines Handys aufgefallen. „Da war ich schon sehr traurig. Ich habe gleich bei der Transportleitung angerufen, aber die haben nichts gefunden. Kein Wunder“, schmunzelt er erleichtert.

Als Belohnung will der Glückspilz dem ehrlichen Finder zum Essen einladen. „Das ist es mir wert. Schön, dass es noch solche Menschen gibt. Und Überbringer!“, fügt Honerkamp an. Denn: Die tz – die bringt’s!

Johannes Heininger

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