Brutaler Rockerüberfall: Bistro verwüstet

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Ein Beamter sichert die Spuren im verwüsteten Dart-Raum des Lokals.

München - Sechs „Hells Angels“ überfielen am Sonntag Morgen das Lokal „Maria’s Bistro“, prügelten auf einen Gast ein und verwüsteten den Dart-Raum.

Kurz bevor die Polizei eintraf, suchten die Täter, die durch ihre Jacken mit dem geflügelten Totenkopf eindeutig der Rockerbande zugeordnet werden konnten, das Weite.

„Wir saßen beim Frühschoppen zusammen“, erzählt ein Gast der tz, der nur seinen Spitznamen nennt: Leon. Dann seien auf einmal fünf Polen reingekommen. Woher weiß er, dass es Polen waren? „Sie haben polnisch miteinander geredet.“ Gegen 11.20 Uhr kamen zwei weitere „Gäste“ mit ihren typischen Rockerjacken. Die bestellten nichts, sondern knöpften sich einen der Polen vor, erzählt Leon. „Sie forderten ihn auf, eine Jacke herauszugeben.“ Der Pole habe getan, was man von ihm forderte. Die beiden „Höllenengel“ waren offenbar zufrieden und verschwanden wieder.

„Doch drei bis vier Minuten später kamen sechs Hells Angels herein“, berichtet Leon. „Drei von ihnen haben sofort auf den Polen eingeschlagen.“ Mit Fäusten, aber auch mit Fußtritten. Die Landsleute des Opfers hätten nicht eingegriffen. Die Rocker verwüsteten den Dart-Raum. Stühle flogen um, Geschirr zersplitterte. Leon: „Sie haben auch unsere schönen Dart-Pokale kaputt gemacht.“ Gäste alarmierten die Polizei. „Als die Sirenen zu hören waren, sind die Rocker schlagartig abgehauen.“ Zu Fuß, wie sie gekommen seien. Vermutlich in ihr Stammlokal eine Hausecke weiter.

Laut Polizei konnte das erheblich verletzte Opfer noch nicht angetroffen werden. Drei Mitglieder der Hells Angels wurden vorläufig festgenommen, aber nach erkennungsdienstlicher Behandlung wieder auf freien Fuß gesetzt. Polizeisprecherin Sabine Allertseder: „Wir ermitteln gegen sie wegen gefährlicher Körperverletzung.“ Der Höhe des Sachschadens im Lokal ist noch nicht ermittelt.

ebu

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