Brutalo-Bankräuber: Hier schlugen sie zu

Die Serie begann vor 17 Jahren mit vier Überfällen in Sauerlach und endete mit der Schießerei in Kirchheim

München - Sie haben insgesamt 13 Überfälle verübt, ihr letzter Coup endete in einer mörderischen Schießerei: Jetzt stehen zwei Österreicher in München vor Gericht.

Norbert G. (47) und Hubert G. (46) sind Brüder, sie stammen aus Österreich. Wenn sie Geld benötigten, fuhren sie nach Deutschland, um im Münchner Umland eine Bank nach der andren auszurauben. Seit 1992 geht das schon nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I schon so: Fast 1,5 Millionen Euro Beute! Überfall Nummer 13 am 20. November 2008 in Kirchheim ging schief, die Polizei war schneller.

Hubert G. (46, li.) und Norbert G. (47) droht lebenslang

Eiskalt feuerten die Brüder ihre Magazine leer, um den Fluchtweg freizuschießen. Deshalb droht ihnen lebenslange Haft: Wegen versuchten Mordes in drei Fällen müssen sie sich jetzt vor dem Schwurgericht verantworten. Mit dem Ruf „Money, Mondey!“ waren die Brüder in die Sparkasse gestürmt. Wie immer versetzten die maskierten Verbrecher Angestellte und Kunden mit ihren Waffen in Todesangst, ließen trotz Zeitschloss-Sicherung den Tresor öffnen. Mit 76 440 Euro Beute wollten sie flüchten. Doch draußen waren schon zwei Streifenpolizisten.

Norbert G. eröffnete mit seiner mit 16 Patronen geladenen 9-mm-Waffe sofort das Feuer. Dabei erlitt Polizeiobermeister Dennis B. (28) einen Oberschenkel-Durchschuss. Die Beamten feuerten zurück. Bruder Hubert, der schon im Fluchtwagen saß, kam Norbert zu Hilfe, feuerte ebenfalls auf die Beamten. Obwohl Norbert einen Streifschuss erlitt, konnten beide entkommen.

Bei der wilden Schießerei wäre auch beinahe eine Frau, die in ihrem Auto saß, am Kopf getroffen worden. Sie hatte sich zum Glück geduckt.

Verfolgt von einem Helikopter jagten die Räuber in Richtung Salzburg. Bei Traunstein verließen sie die Autobahn – offenbar um die Verfolger abzuschütteln. In Haslach gerieten sie in eine Sackgasse. SEK-Beamte nahmen die Verbrecher fest. Ihm Auto, das der Mutter der Brüder gehörte, befand sich noch eine Pumpgun der Marke Magtech. Mit einer solchen waren zuvor schon zahlreiche Überfälle begangen worden.

Obwohl auf frischer Tat ertappt, behauptete Norbert G. (Verteidiger Harald Baumgärtl) am Montag vor Gericht: „Ich habe in meinem Leben noch nie eine Bank überfallen und noch nie auf jemand geschossen.“ Bruder Hubert, der von Markus Meißner verteidigt wird, schweigt. Der Prozess ist bis zum Dezember terminiert.

Eberhard Unfried

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