tz-Bürgeranwalt gibt Tipps

Nach dem Urlaub in Brasilien: Handy-Kosten-Schock für Münchnerin

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Bürger­anwalt Dietmar Gaiser präsentiert die Rechnung des Schreckens, die Vanja N. bezahlen muss.

Hohe Handy-Rechnung nach dem Heimaturlaub? Vanja N. aus München hat das erlebt. Der tz-Bürgeranwalt Deitmar Gaiser hilft und erklärt, wie sich das künftig vermeiden lässt.

Meine Heimat ist Brasilien, aber ich lebe seit 19 Jahren in Deutschland. Leider bin ich krank und muss mit sehr wenig Geld auskommen. Nun bezahlten mir meine Verwandten in Brasilien eine Reise in die alte Heimat, um gemeinsam mit ihnen die Gräber unserer Verwandten zu besuchen. Auf die Reise nahm ich mein Handy mit, um im Notfall erreichbar zu sein. Natürlich war mir bewusst, dass ich nicht telefonieren darf, da das im Ausland sehr teuer ist. An diese Regel hielt ich mich. Trotzdem traf mich fast der Schlag, als ich wieder zu Hause war und eine Rechnung über etwa 5500 Euro bekam. Ich habe keine Ahnung, wie sie zustande gekommen ist. Bitte helfen Sie mir! Vanja N. (60) aus München

Nicht zu telefonieren ist die eine Sache. Aber ein Smartphone kann sich, wenn es nicht die entsprechende Einstellung hat, auch in mobile ausländische Internetnetze einbuchen. Wenn dann Bilder verschickt oder gar Filme geschaut werden, fallen Roamingkosten an. Auch Apps können im Hintergrund Daten herunterladen, ohne dass es der Besitzer sieht. Irgendetwas davon ist bei Vanja N. passiert. Sie war laut Abrechnung des Providers manchmal 18 Stunden am Stück im Internet und hat große Datenmengen geladen.

Die daraufhin eingeschaltete Verbraucherzentrale Bayern argumentierte, der deutsche Provider hätte auf die hohen Kosten aufmerksam machen oder durch eine Sperre eine weitere Nutzung der mobilen Datendienste verhindern müssen. Dem hält die Telefonfirma entgegen, sie habe die Kundin mit mehreren SMS auf die möglicherweise entstehenden Kosten aufmerksam gemacht. Leider sei keine Überwachung in Echtzeit möglich, da die brasilianische Telefongesellschaft keinen entsprechenden Vertrag mit der deutschen Firma unterschrieben habe.

Natürlich gab sich das Team des Bürgeranwaltes damit nicht zufrieden und verhandelte weiter mit dem deutschen Telekommunikationsunternehmen, von dem die Rechnung kam. Dabei stellte sich heraus, dass es sich dabei nur um eine Vertriebsgesellschaft für ein anderes Telekommunikationsunternehmen handelte. Und dieses wiederum muss einen Teil des Geldes an das brasilianische Telefonunternehmen überweisen. Wir konnten erreichen, dass die beiden deutschen Firmen auf ihren Gewinn verzichteten und Ratenzahlung anboten. Trotzdem bleibt ein großer Batzen Geld übrig, den Vanja N. bezahlen muss.

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