1300 Polizisten sollen 500 Rekruten schützen: Gegner drohen mit Gewalt

Bundeswehr-Gelöbnis: Marienplatz wird zur Festung

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Auf dem Marienplatz zelebriert die Bundeswehr am kommenden Donnerstag ab 14 Uhr ein öffentliches Gelöbnis.

München - Brisantes Spektakel im Herzen der Stadt: Auf dem Marienplatz zelebriert die Bundeswehr am kommenden Donnerstag ab 14 Uhr ein öffentliches Gelöbnis.

Proteste sind programmiert – deshalb wird der Marienplatz zur Festung. Die Polizei wird die Veranstaltung mit 1300 Beamten schützen – vor möglichen Störern aus der linksextremen Szene.

An der Zeremonie nehmen mehr als 500 junge ­Soldaten teil. Sie versprechen feierlich, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“.

Seit Wochen schon rufen Gelöbnis-Gegner zum Widerstand auf: die einen friedlich wie die Gewerkschaft verdi oder das Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus. Dessen Anhänger demonstrierten bereits am Montag Abend auf dem Marienplatz gegen das Gelöbnis. Andere trommeln unter dem Schlagwort „Gelöbnix“ gegen die Veranstaltung – im Internet, mit Flugblättern, zum Teil mit Gewaltaufrufen. Die Polizei hat eine harte Gangart angekündigt: „Wir werden keine Störungen dulden“, warnt Vizepräsident Robert Kopp.

Zu der Zeremonie haben sich hochrangige Ehrengäste angesagt, darunter Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Oberbürgermeister Christian Ude sowie der Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Christian Schmidt. Auch Publikum ist willkommen. „Aber bei zu vielen Zuschauern müssen wir den Marienplatz für die Zeit des Gelöbnisses sperren“, sagt Einsatzleiter Kopp.

Über das Gelöbnis hatte es in den vergangenen Monaten Streit zwischen OB Ude und Generalmajor Gert Wessels gegeben. Der Befehlshaber im Wehrbereich IV wollte die Veranstaltung ursprünglich auf dem Odeons- oder dem Königsplatz durchziehen. Ude unterstützte zwar die Pläne, lehnte jedoch beide Plätze ab – wegen ihrer Geschichte: Auf dem Odeonsplatz wurde 1932 der Hitler-Putsch niedergeschlagen, in der Nazi-Zeit gab es hier Aufmärsche – sie führten oft zum Königsplatz. In dessen Nähe stand zudem die NSDAP-Zentrale, das „Braune Haus“.

Die Bedenken des OB lösten Empörung bei Generalmajor Wessels aus: „Die Bundeswehr mit Veranstaltungen der Nationalsozialisten in Verbindung zu bringen, ist perfide.“ Letztlich aber setzte Ude den Marienplatz durch.

Jacob Mell

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