42 Demonstranten abgeführt

Bundeswehr-Gelöbnis: Protest im Keim erstickt

München - Beim öffentlichen Bundeswehr-Gelöbnis von Rekruten und Zeitsoldaten am Donnerstag auf dem Marienplatz hat die Polizei jeden lautstarken Protest bereits im Keim erstickt.

Stiller Protest erlaubt – Sprechchöre und Trillerpfeifen verboten!

Mindestens 42 Demonstranten führten die Sicherheitskräfte vom Platz – teilweise unter dem Beifall von Zuschauern an den Absperrgittern. Zudem wurden fünf Menschen vorläufig festgenommen – unter anderem wegen Nötigung und Beleidigung. 

Die etwa 150 Demonstranten, die sich im Bereich vor der Galeria Kaufhof postiert hatten, hielten Plakate mit Aufschriften wie „Kein Krieg“ und „Kein Werben fürs Sterben“ in die Höhe. Etliche von ihnen trillerten mit Pfeifen, wollten so das Bundeswehr-Gelöbnis stören. Sie hatten wenig Erfolg: Die Polizei griff schnell ein und drängte die Störer weg von den Absperrungen.

Auch Claus Schreer (71) vom Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus wurde abgeführt – und trug dabei Abschürfungen und Blutergüsse an den Armen davon. „Nur weil ich ein Schild hochhielt mit den Worten ‚Auch Töten auf Befehl ist Mord!“ Liedermacher Konstantin Wecker kritisierte ebenfalls das rigide Vorgehen der Polizei. „Wenn die Bundeswehr die Öffentlichkeit sucht, muss Protest – auch lautstarker – möglich sein.“

Bei der Zeremonie auf dem Marienplatz vor dem Rathaus hatten rund 350 Wehrpflichtige einen Monat nach Dienstbeginn ihr Treue-Gelöbnis abgelegt. Rund 150 Soldaten auf Zeit und angehende Berufssoldaten hatten zudem ihren Diensteid gesprochen. Generalmajor Gert Wessels , Befehlshaber im für Süddeutschland zuständigen Wehrbereich IV, nahm Gelöbnis und Eid der Soldaten ab.

Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz

Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz
Rekruten-Gelöbnis auf Münchner Marienplatz © Marcus Schlaf

In seiner Ansprache sagte Generalmajor Wessels , er begrüße ebenso die Kritiker der Zeremonie, auch wenn er deren Auffassungen nicht teile. Sie könnten aber sicher sein, dass die Bundeswehr alles tun werde, um auch ihre Meinungsfreiheit zu schützen.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ( CSU ) betonte in seinem Grußwort an die 500 Soldaten, dass er ein Festhalten an der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland für unverzichtbar hält. „Das Prinzip des Staatsbürgers in Uniform hat sich hervorragend bewährt“, sagte Seehofer. Nur die Wehrpflicht garantiere den permanenten Austausch zwischen den Streitkräften und der Gesellschaft.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude ( SPD ) ging in seiner Ansprache ebenfalls auf die Demonstranten ein: „ Ich war nie ein Verehrer militärischen Zeremoniells und habe Verständnis für Kritik und Skepsis gegenüber militärischen Auslandseinsätzen“, sagte Ude. „Trotzdem ist mir der Protest gegenüber diesem Gelöbnis nicht verständlich.“

Um kurz vor 15 Uhr war die öffentliche Feier vorbei – und die Touristen aus aller Welt strömten wieder auf den Marienplatz.

Jacob Mell

Dieser Flitzer sprintete 1300 Polizisten davon

Zwei Feldjäger fingen Stefan H. am Ende ein.

Er hatte seinen großen Auftritt: Stefan H. (33), Angestellter aus München, flitzte 1300 Polzisten davon. Der 33-Jährige stürmte just in dem Moment einmal quer über den abgesperrten Marienplatz, als sechs Rekruten stellvertretend für die anderen zum Gelöbnis vortraten. „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“, brüllte der Gelöbnis-Flitzer in Richtung Ehrentribüne, auf der Ministerpräsident Seehofer, Oberbürgermeister Ude und Generalmajor Wessels Platz genommen hatten. Auf der anderen Seite des Platzes war dann Schluss – zwei Feldjäger fingen den Angestellten ein.

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