S-Bahn-Chaos: Menschen rannten über die Gleise

„Nicht länger hinnehmbar“ ist die Lage in der Fasanerie, sagt BA-Chef Markus Auerbach – hier auf einem Archivbild. RK

München - Die Bahn hat in der Fasanerie den Bahnübergang komplett gesperrt. Chaotische Szenen spielten sich ab, Menschen rannten auf dem Weg zur S-Bahn über die Gleise. Auch die Polizei schritt ein.

Die Bahn hat für Bauarbeiten den Schnienenübergang an der Fasanerie in Feldmoching komplett gesperrt und jetzt herrscht Chaos an diesem Verkehrsnadelöhr. Viele Passanten rannten gestern und vorgestern über die Gleise, um zum S-Bahnsteig auf der anderen Seite zu kommen, statt einen etwa halbstündigen Umweg zur S-Bahn in Kauf zu nehmen. Gestern früh rückte die Bundespolizei an, um die Passanten abzuhalten.

Am Nachmittag dann stellte die Bahn Mitarbeiter ab, die die Passanten schwungweise herüber ließ. Die Bundespolizei dementierte den Vorwurf der CSU-Stadträtin Mechthilde Wittmann, sie habe Strafmandate an die Gleisüberquerer verteilt. „Dafür hatten wir gar nicht die Zeit“, sagte Sprecher Berti Habelt.

Bis Freitag um etwa 15 Uhr soll der Bahnübergang nach DB-Aussagen noch gesperrt bleiben. Er ist schon lange ein Zankapfel. Seit Jahren wird dort eine Über- oder Unterführung gefordert. Das Nadelöhr an der Feldmochinger Straße verbindet die Bewohner der westlichen Fasanerie mit dem Rest der Stadt. Fast täglich stauen sich hier die Autos zur Hauptverkehrszeit.

„Die Fasanerie ist im Westen stark gewachsen“, sagt Markus Auerbach (SPD), Vorsitzender des Bezirksausschusses. Deswegen sei die jetzige Situation „nicht mehr hinnehmbar“. Es ist jedoch geplant, eine Brücke über die Bahntrasse zu bauen oder sie zu untertunneln. Machbarkeitsstudien hat die Stadt bei der Bürgerversammlung im März vorgestellt. Laut Baureferat soll sich der Stadtrat bald mit den Plänen und den Kosten befassen und eine Entscheidung fällen. Ein Termin sei noch nicht in Sicht.

kkr

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