Tram-Baustelle sorgt für großen Unmut und Ärger

Chaos am Stachus: Fußgänger in Gefahr

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Achtung, brenzlige Situation! Die Fahrgäste der Tram 27 müssen die Gleise queren, wenn sie runter ins Stachus-Zwischengeschoss wollen

München - Im letzten Moment huscht ein Mann vor der Tram vorbei – dann fährt der Zug schon los. Seine Freundin tritt erschrocken einen Schritt zurück. Wer derzeit am Stachus aus der Tram 27 steigt, braucht gute Nerven – und viel Geduld.

Da die insgesamt sechs Abgänge erneuert und die Fugen des Stachus-Bauwerks saniert werden, gibt’s nur noch einen Abgang zum Zwischengeschoss.

Beinahe-Unfälle im Minutentakt, verzweifelte Rentnerinnen mit Gehwagerl, die die Rolltreppe ewig nicht hinunterkommen, sind die Folge.

Chaos am Stachus!

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Strecke

Ein einziger Streckenposten verrichtet hier seinen Dienst. Der arme Mann sollte eigentlich überall gleichzeitig sein. Die Fahrgäste sicher über die Gleise bringen, betagten Damen und Müttern die Rolltreppe anhalten – doch er ist allein auf weiter Flur. Für die Großbaustelle wären mindestens drei Kollegen nötig. Einer, der ein Auge draufhat, dass keiner vor die Trambahn läuft. Und zwei, die die Rolltreppe blockieren, damit gehbehinderte Menschen rauf- und runterkommen. „Es ist eine Zumutung“, schimpfte eine Seniorin am Freitag. Die 88-Jährige wartet schon seit fünf Minuten an der Rolltreppe, die eigentlich in beide Richtungen fährt. Doch immer wieder treten unten im Zwischengeschoss Fahrgäste auf die Treppe. Eine Mutter mit Kinderwagen stellt sich schließlich unten an den Einstieg, bittet die Menschen zu warten. Vergeblich. Sie wird auf die Seite gestoßen. Erst als ein Mann mit ausgebreiteten Armen den Aufgang blockiert, kann die Seniorin nach unten fahren.

Zur Situation am Stachus sagt Pressesprecherin Bettina Hess: „Selbstverständlich ist die MVG verantwortlich für die Durchführung eines sicheren Betriebs und die Sicherheit ihrer Anlagen. Beides wird sichergestellt. Das Verhalten der Fahrgäste liegt jedoch nicht im Verantwortungs- und Einflussbereich der MVG. Unsere Mitarbeiter können nicht verhindern, dass rücksichtslose Fahrgäste nicht auf mobilitätseingeschränkte Kunden achten.“

Noch bis zum 14. September müssen die Münchner an der Stachus-Haltestelle höllisch aufpassen – erst danach sind alle Abgänge und der Aufzug zum Zwischengeschoss wieder in Betrieb.

Jacob Mell

Münchens andere Tram-Großbaustelle: Der Max-Weber-Platz

Strecle

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