Neuer Betriebskostenspiegel

tz-Check: Zahlen Sie zu viel an Nebenkosten?

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Nebenkostenabrechnungen ärgern oft den Mieter.

München - Wenn die Betriebskostenabrechnungins Haus flattert, sollen Mieter oft nachzahlen. An den steigenden Kosten können sie meistens nichts ändern. Doch Vorsicht: Jede zweite Abrechnung ist fehlerhaft - Ihre auch?

So viel zahlt Bayern im Schnitt - machen Sie den Check!

Eigentlich ist die Rechnung in den Münchner Haushalten einfach: Die Gebühren für Hausmeister und Müllabfuhr werden im Mietvertrag vereinbart, Heizung und Warmwasser nach Verbrauch berechnet. Doch wenn die Betriebskostenabrechnung in den nächsten Wochen ins Haus flattert, sollen Mieter oft nachzahlen - mal wieder. An den steigenden Kosten können sie meistens nichts ändern. Doch Vorsicht: Jede zweite Abrechnung ist fehlerhaft, hat der Landesverband Bayern des Deutschen Mieterbundes (DMB) in seinem aktuellen Betriebskostenspiegel ermittelt. 2,78 Euro pro Quadratmeter und Monat haben Mieter in Bayern im Jahr 2010 an Betriebskosten gezahlt (Vorjahr 2,87 Euro) - für eine 80 Quadratmeter große Wohnung fielen so 2668,80 Euro an. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Die kalten Betriebskosten sind stabil geblieben oder leicht fallend. „Vermieter wissen, dass sich Mieter nicht alles gefallen und die Abrechnungen prüfen lassen“, sagt Monika Schmidt-Balzert vom DMB Bayern.

Heizung und Warmwasser sind ebenfalls gleich geblieben, weil der Winter mild war. Auch energetische Modernisierungen und sparsames Heizen machen sich hier bemerkbar. Dennoch hat sich die Preisspirale weiter gedreht: Die Heizkosten für Häuser mit Ölheizung sind um fünf Prozent gestiegen - Öl bundesweit gar um 24,5 Prozent. Gas ist um 4,5 und Fernwärme um rund 7,5 Prozent teurer geworden. „Die Betriebskostenrechnungen für 2011 werden deshalb um 20 bis 30 Prozent höher ausfallen.“

Ausblick: In den nächsten Jahren wird es nicht besser: Im Vergleich zum ersten Quartal 2011 sind die Heizölpreise heuer erneut gestiegen - im Schnitt um 15 Prozent. Fernwärme ist bereits um elf Prozent teurer. In der tz-Tabelle unten können Sie ausrechnen, ob Sie zu viel zahlen!

Abrechnung: Das sind die größten Streitpunkte

Ärger mit den Nebenkosten heißt oft auch: Ärger mit dem Vermieter - zumindest, wenn man sich nicht mit Fachleuten berät. Anja Franz vom Mieterverein München erklärt in der tz die größten Streitpunkte der Abrechnung - und wie man sie am besten regelt.

Art der Betriebskosten: Ob Kosten für die Müllabfuhr, Versicherungen oder den Lift - der Vermieter darf immer nur diejenigen Betriebskosten auf den Mieter umlegen, die auch im Mietvertrag schriftlich vereinbart sind.

Anja Franz vom Mieterverein München.

Höhe der Betriebskosten: Hier gilt die Rechnung: geforderter Betrag durch zwölf Monate und die Quadratmeteranzahl teilen. Herauskommen müsste ein Wert von 1,5 bis 2. Liegt er darüber, kann man Nachweise vom Vermieter anfordern.

Vorauszahlungen: Der Abrechnungszeitraum für die Nebenkosten muss ein Jahr betragen. Bei einer monatlichen Vorauszahlung darf der Vermieter nur noch die Differenz verlangen oder muss diese zurückerstatten, wenn der tatsächliche Verbrauch geringer war. Bei Falschberechnung haben Mieter Anspruch auf Korrektur der Abrechnung.

Hausmeisterkosten: Reparatur- und Verwaltungsarbeiten des Hausmeisters dürfen nicht auf den Mieter umgelegt werden. Im Zweifel kann man Einsicht in die Dienstanweisung und den Hausmeistervertrag verlangen.

Heizung & Warmwasser: Wenn der eigene Verbrauch gleich geblieben, die Kosten aber gestiegen sind, könnte etwas mit der Abrechnung nicht stimmen. Im Zweifel kann man sich vom Vermieter die Ablesebelege vorlegen lassen. Wichtig: immer alles schriftlich klären.

thi

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