Chinese zeigt im Circus Krone den höchsten Sprung der Welt

München - Der Chinese Qu Hao zeigt im Circus Krone den höchsten Sprung der Welt. Der 18-Jährige kann durch einen Ring in 2,55 Metern Höhe springen. Zu den Olympischen Spielen will er dennoch nicht.

Die Jungs in schwarzen Hosen und zerrissenen weißen Hemden stapeln Metallringe übereinander. Erst einen, dann zwei, drei, vier, bis der fünfte und letzte steht. Eine wacklige Konstruktion, die nur von Magneten zusammengehalten wird und keine Erschütterung zulässt.

Gerade mal 1,60 Meter misst der Chinese Qu Hao (r.), und trotzdem kann er durch einen Ring in 2,55 Metern Höhe springen (l.).

Qu Hao steht ganz entspannt in der Manege des Circus Krone und beobachtet das Szenario, als ob ihn das alles nichts anginge. Dabei ist er derjenige, der gleich durch den höchsten Ring springen wird - in 2,55 Metern Höhe. Qu Hao, 18 Jahre alt, schwarze, verwuschelte Haare, ist einer von 14 jungen Artisten der „Beijing Acrobatic Troupe“, die zurzeit im Circus Krone gastiert. Seine besondere Stärke: seine Sprungkraft. Egal ob horizontal oder vertikal, das Springen liegt dem jungen Chinesen. Heute präsentiert er wieder sein Meisterstück, das er beherrscht wie kein anderer: den „Flug der Schwalbe“, wie es aus dem Chinesischen übersetzt heißt - der höchste Sprung der Welt.

Zum Vergleich: Der offizielle Hochsprung-Weltrekord liegt bei 2,45 Metern, aufgestellt 1993 von dem 1,93 Meter großen Kubaner Javier Sotomayor. Neben ihm würde Qu Hao mit seinen gerade mal 1,60 Metern und 62 Kilo ziemlich winzig aussehen. Umso erstaunlicher seine Leistung.

Das Kunststück schafft nicht einmal der Kubaner Javier Sotomayor (o.). Dieser stellte im Jahr 1993 mit 2,45 Metern den immer noch aktuellen Hochsprung-Weltrekord auf. Allerdings springt Qu Hao auch nicht nach strengen Vorgaben, wie es sie bei den Olympischen Spielen gibt.

Als sein Trainer das Zeichen gibt, nimmt Qu Hao Anlauf. Aus einer Entfernung von nicht mal zehn Metern beschleunigt er, drückt sich vom Boden ab, springt in die Luft, dreht sich und fliegt rückwärts durch den höchsten der zuvor aufgestapelten Ringe. Nur wenige Sekunden dauert das Ganze, dann kommt er dumpf mit den Füßen auf einer am Boden liegenden Matte auf und gibt einen kurzen Aufschrei von sich. So ein Sprung kann schon ein wenig schmerzen, erklärt er später. Vor allem in den Armen und Beinen, „aber das ist normal“.
Qu Hao ist harte körperliche Arbeit gewöhnt. Bereits im Alter von fünf Jahren schickte seine Familie ihn auf die beste Zirkusschule Pekings, wo er zehn Jahre lang ausgebildet wurde. Trainiert wurde jeden Tag, den ganzen Tag lang. Seit drei Jahren ist er Profi-Artist, ebenso lang dauerte auch das Einüben seiner Hochsprungnummer.

Das ist das Wunderkind: Hao

Mit seiner Artistengruppe bereist er momentan die ganze Welt. Frankreich, Spanien und Amerika standen in den letzten Monaten auf der Reiseroute, bevor die Artisten in München ankamen. Im Circus Krone steht täglich nur noch eine halbe Stunde Training im Ballettsaal auf dem Programm, für die Kondition und um den jetzigen Standard beizubehalten.
In seiner Freizeit entspannt Qu Hao beim Computerspielen und Musikhören - was 18-Jährige eben so tun. Und auch seine Essgewohnheiten sind „ganz normal“ - in München habe er sogar schon „so ein Schnitzel“ probiert.

So mancher stellt sich sicherlich die Frage, warum Qu Hao nicht bei Olympia antritt. „Ich bin Artist, kein Leichtathlet“, lautet seine simple Antwort. Qu Haos zweite Stärke neben der Sprungkraft: seine Bescheidenheit.

von Janina Ventker

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