MVG: Weiter Notfahrplan

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Verhärtete Fronten: Der Tarif-Streit im Nahverkehr geht weiter

München - Keine Einigung in Sicht: Im Tarif-Streit des bayerischen Nahverkehrs bleiben die Fronten verhärtet. Es gilt weiterhin der Notfahrplan.

Können die Kunden des Münchner Nahverkehrs endlich aufatmen? Ist ein Ende des dbb-Streikaufrufs und damit des nervigen Schmalspur-Fahrplans der MVG in Sicht? Die niederschmetternde Antwort auf diese hoffnungsvollen Fragen: Auch nach dem Gespräch am Mittwoch zwischen dem Vize des Gewerkschaftsverbands dbb Tarifunion, Willi Russ, und Reinhard Büttner als Verhandlungsführer der Arbeitgeber (KAV) ist eine Rückkehr zum Regelbetrieb im MVG-Fahrplan nicht möglich. In der Frage der Arbeitszeitregelungen für die Fahrer habe man sich „leider noch nicht aufeinander zubewegt“, so Russ nach dem Treffen. Auch für die Arbeitgeber ist das Ergebnis, das eigentlich keins ist „unbefriedigend“, so Pressesprecher Armin Augat. Die Gewerkschaft habe ihren gesamten Forderungskatalog aufrecht erhalten und auch die Streikdrohung. Immerhin wurde vereinbart, einen neuen Gesprächstermin zu vereinbaren, frühestens übernächste Woche.

Die MVG-Kunden haben den seit zwei Wochen andauernden Basisfahrplan schon jetzt gründlich satt – auch wenn er durch Zusatzfahrten aufgebessert wird. Eingeführt wurde er von MVG-Chef Herbert König, um ohne die zum Streik aufgerufenen Gewerkschaftsmitglieder unter den Fahrern einen regelmäßigen, wenn auch eingeschränkten Betrieb anbieten zu können. Inzwischen kommt ein „exorbitant hoher“ Krankenstand unter den Fahrern hinzu. Der betreffe „vorrangig GDL-Mitglieder“, so die MVG. Schon deshalb sei ein Normalfahrplan nicht drin.

Schienen-Pendlern droht an einer weiteren Front Ungemach: Die Bahnge­werk­schaft Transnet hat für übernächste Woche bundesweite Warnstreiks im Regionalverkehr angekündigt, und die können auch die S-Bahn und Regionalzüge im Bereich München und Umland treffen. Passend dazu erfuhren die geplagten Fahrgäste am Mittwoch, dass die Bahn im Regionalverkehr ab Dezember einen Aufschlag von 1,9 Prozent ankündigt – die Ticketpreise im Fernverkehr bleiben hingegen stabil. In den Verkehrsverbünden, so die Bahn, fallen die Erhöhungen noch deutlicher aus.

bw

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