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Der große Unbekannte

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Udo Brandhorst mit Horst Seehofer © Klaus Haag

München - Udo Brandhorst machte München das schönste Geschenk dieses Frühlings: Am Montag wurde das neue Museum Brandhorst feierlich eröffnet.

Kommt er zur Pressekonferenz oder nicht? – Das wussten noch Minuten nach Beginn der Veranstaltung gestern nicht einmal die Mitarbeiter des Museums (er kam nicht). Ein Interview? – Kein Gedanke. Der Sammler Udo Brandhorst gilt als äußerst öffentlichkeitsscheu, und Informationen sind so gut wie nicht zu bekommen über den Mann, der München das schönste Geschenk dieses Frühlings macht.

So viel immerhin ist bekannt: Der heute 70-jährige Udo Brandhorst und seine 1999 verstorbene Frau Anette begannen Ende der 70er-Jahre, mit viel Gespür für das Wichtige und Bleibende moderne Kunst zu sammeln. Das erste Blatt, das Udo Brandhorst noch als Student erwarb, war eine Collage von Joan Miró. Als die zunächst nur privat gekauften Bilder zu einer wichtigen Sammlung aufgelaufen waren, überführten die beiden diese Sammlung in eine Stiftung, die seit 1999 in München ist.

Das Vermögen hinter dieser Sammlung soll aus dem Erbe der Waschmittel-Dynastie Henkel stammen (die u.a. Persil herstellt). Das Stiftungskapital der Udo und Anette Brandhorst Stiftung beläuft sich heute auf 120 Millionen Euro, was einen jährlichen Ankaufs-Etat von zwei Millionen Euro ermöglicht – die Sammlung kann also in der Zukunft weiter wachsen.

Ende der 90er-Jahre begannen auch die Verhandlungen mit dem Freistaat – es war der Wunsch von Anette Brandhorst, die Sammlung nach Bayern zu geben. Im Gegenzug für eine dauerhafte Unterbringung der Sammlung in München errichtete der Freistaat ein eigenes Museum für 48 Millionen. Der ehemalige Versicherungsvorstand Brandhorst entschied sich nach einem hochkarätig ausgelobten Wettbewerb für den Entwurf der Architekten Sauerbrauch & Hutton mit den charakteristischen bunten Keramikstäben und gegen den architektonisch kühneren, ebenfalls preisgekrönten Entwurf von Zaha Hadid – weil ihm die ruhigere Architektur von Sauerbruch & Hutton die bessere Wirkung für seine Kunstwerke zu versprechen schien.

Das neue Museum in Bildern

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Was Sie über das Museum wissen müssen

Fakten, Informationen, Eintrittspreise und Öffnungszeiten für die Sammlung Brandhorst

- Adresse: Museum Brandhorst, Theresienstraße 35 a, 80333 München. Tel. 238051325.

- Anfahrt: Am beste- mit der Tram 27, Haltestelle Pinakotheken.

- Öffnungszeiten: Das Museum ist ab Donnerstag, 21.5. (Christi Himmelfahrt) für das Publikum geöffnet. Dann immer Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag von 10 bis 20 Uhr.

- Eintrittspreise: Regulär siebe- Euro, ermäßigt fünf Euro; sonntags für alle nur ein Euro. Eine Jahreskarte für das Brandhorst Museum, die drei Pinakotheke- und die Schack-Galerie kostet regulär 90 Euro, ermäßigt 60 Euro.

- Audioguide: Gibt’s in Deutsch (auch für Kinder), Italienisch und Englisch. Dienstag bis Sonntag im Eintrittspreis enthalten, Sonntag 4,50 Euro.

- Führungen: Ein Besucherprogramm mit regelmäßigen Führungen wird angeboten. Für Gruppenführungen besteht eine Anmeldepflicht. Buchungen sind möglich unter info@museum-brandhorst.de

- Katalog: Es gibt zwei Kataloge: eine- zur Architektur (128 Seiten, 67 farb. Abbildungen, 18 Pläne) zu 24 Euro und einen über die Sammlung (330 Seiten, 300 farb. Abb.) zu 29 Euro

Rolf May

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