Pikantes Geheimnis gelüftet

tz-Detektivserie: Erwischt im Swingerclub!

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München - Ein Münchner Wirtschaftsermittler packt im Rahmen der neuen tz-Detektiv-Serie aus: spannende Fälle aus 18 Jahren verdeckter Ermittlungen.

Nein, kein Sherlock Holmes, kein Matula. Die Detektivfälle, über die wir in dieser großen tz-Serie berichten, sind nicht erfunden. Alle sind tatsächlich so passiert. Wir begleiten den Münchner Wirtschaftsermittler Tamer Bakiner (42). Er operiert mit seiner Detektei vorwiegend in Deutschland, kann aber im Bedarfsfall auf ein weltweites Netzwerk an Partnern zurückgreifen. Hier erzählen wir die spannendsten Fälle aus 18 Jahren Detektiv-Arbeit. Lesen Sie selbst:

Erwischt im Swingerclub!

Eigentlich ist Tamer Bakiner ja auf Wirtschaftsermittlungen spezialisiert – aber manchmal beschäftigt er sich auch mit pikanten Fällen aus dem Privatleben. So wie in dieser Sache hier...

Bakiner erzählt: „Ich habe einen Anruf des Europa-Chefs eines amerikanischen IT-Unternehmens bekommen. Er hat mich um Hilfe gebeten.“ Sofort war klar, dass das ein besonderer Auftrag werden würde. Bakiner hatte zwar schon mehrfach für das Unternehmen ermittelt – allerdings hatte er dabei nur selten mit dem Chef persönlich zu tun gehabt. Dieser Chef, nennen wir ihn Herrn Schrader (54), verabredete sich gleich für den nächsten Tag mit Bakiner in seinem Büro. Die Anweisung an die Sekretärin: „Jetzt keine Störungen.“ Alles klar, wichtige Angelegenheit …

Schrader kam gleich zum Punkt. „Herr Bakiner, wir waren mit Ihrer Arbeit in der Vergangenheit immer sehr zufrieden – aber heute geht’s nicht um die Firma. Ich habe ein privates Problem, das ich durch Sie lösen möchte. Es geht um meine Ehefrau Daniela. Ich bin die nächsten zwei Wochen auf Geschäftsreise und möchte, dass Sie sie in dieser Zeit beobachten.“ Schrader wollte das komplette Programm: Observation rund um die Uhr. Der Mann war misstrauisch geworden: Das Verhalten seiner Daniela (40) hatte sich zuletzt sehr geändert. Im Gespräch – und auch im Bett, so viel war rauszuhören.

Mit dem Porsche in den Swingerclub

Was steckte dahinter? Schrader ging auf Dienstreise, Bakiner begann mit den Nachforschungen. Die Beobachtung startete logischerweise an der privaten Adresse.

Und es passierte … erst einmal gar nichts. Daniela – eine sehr gepflegte und attraktive Frau, die jünger aussah, als sie tatsächlich war – ging in den folgenden Tagen mehrmals ins Fitnessstudio, joggte, kaufte ein, traf sich mit Freundinnen daheim und in Restaurants. Bakiner: „Da war alles ganz normal. Das typische Leben einer wohlhabenden Dame.“

Das sollte sich aber noch ändern: Am Freitag – zwei Tage vor Abschluss der Observation – die erste Auffälligkeit. Bakiner: „Als die Zielperson in einem Münchner Luxuskaufhaus die Dessousabteilung aufsuchte und dort Reizwäsche kaufte, kam mir der Gedanke: Entweder sie hat sich wieder beruhigt und möchte ihren Ehemann überraschen, der am Sonntag ja wieder aus Amerika kommt – oder aber sie erwartet einen Liebhaber.“ Richtig spannend wurde es am Samstagabend. Die Frau setzte sich in ihren Porsche – Bakiner in sicherer Entfernung hinterher. Nach knapp zwei Stunden Fahrt war die Dame am Ziel. Nämlich auf dem Parkplatz eines Swingerclubs!

"Sexuellen Phantasien ungehemmt ausgelebt"

Sie stieg aus, begrüßte mit Umarmung und Kuss einen sportlichen, gutaussehenden Mann, der etwa 30 Jahre alt war. Die beiden betraten den Club gemeinsam. Bakiner konnte sich die Verhaltensänderung der Dame jetzt recht gut erklären. Natürlich musste er es aber genau wissen. Mit seinem Klienten hatte er ja ein ganz exaktes Protokoll vereinbart.

Bakiner: „Ich musste kühlen Kopf bewahren, trotz der ungewöhnlichen Situation. Nachdem mehrere weitere Besucher eingetrudelt waren, betrat auch ich mit etwas Zeitabstand den Club. Als ich die Zielperson in ihrem sexy Outfit – Strapse, High Heels und so weiter – sah, war mir klar, wofür sie am Vortag Unterwäsche gekauft hatte.“ Der Detektiv fing ein Gespräch mit dem Barkeeper an und kam wie zufällig auf Daniela zu sprechen. Bakiner: „Von dem Mitarbeiter erfuhr ich, dass die Dame diesen Club regelmäßig besuchte, im Schnitt etwa einmal pro Monat. Mit ihrem richtigen Namen war sie hier freilich nicht bekannt.“ Eine falsche Identität – aber dafür völlig offenherziges Verhalten!

Nach einiger Zeit schlenderte Daniela zusammen mit ihrem Begleiter und einem anderen Pärchen in Richtung Spielwiese. Was der Ermittler dort zu sehen bekam, hatte wenig mit dem Bild der braven Ehefrau zu tun. Bakiner: „Offensichtlich war dies hier die Plattform, auf der die Frau ihre sexuellen Phantasien ungehemmt ausleben konnte. Erst gegen 2.30 Uhr in der Früh machte sich die Zielperson wieder alleine auf den Rückweg.“ Am nächsten Vormittag um elf holte sie dann ihren Ehemann vom Flughafen ab. Für den Detektiv war damit die Observation beendet.

Als er Herrn Schrader Bericht erstattete, erlitt der einen regelrechten Schock. Er musste sich erst einmal sammeln. Schnell war aber klar: Für ihn war die Toleranzgrenze klar überschritten. Er wollte jetzt die sofortige Trennung.

Seitensprung-Statistik

Wie viele Menschen betrügen ihren Partner? Exakte Zahlen gibt’s logischerweise nicht – wie viele Teilnehmer einer Studie werden bei so einem Thema wirklich ehrlich sein …? Die Werte gehen jedenfalls ziemlich auseinander: Je nach Untersuchung haben zwischen 20 und 50 Prozent der Deutschen ihren Partner schon mindestens einmal betrogen. Auch die Verteilung Männer – Frauen schwankt in den verschiedenen Studien. Relativ einig sind sich die Wissenschaftler bloß bei einem Punkt: Die meisten Seitensprünge kommen raus (die gängige Schätzung liegt bei 60 Prozent). Sei es durch eine verdächtige SMS – oder durch die Ermittlungen eines Detektivs …

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So arbeitet Bakiners Detektei

Das Unternehmen des Münchner Wirtschaftsdetektivs Tamer Bakiner (42) hat Servicebüros in mehreren deutschen Städten. Sein weltweites Partnernetzwerk umfasst 70 Länder. Er ermittelt und berät unter anderem in Sachen Wirtschafts­kriminalität und Industriespionage. Zu seinen Aufgaben gehören die Analyse und Aufklärung komplexer wirtschaftlicher Zusammenhänge. Immer wieder arbeitet er für prominente Kunden und große Konzerne.

Uli Heichele

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