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Dramatische Evakuierung beim Sonnenrot-Festival

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Panisch flohen die Festivalbesucher vom Sonnenrot-Gelände am Echinger See vor dem Unwetter. Um 22 Uhr wurde der gesamte Platz von Feuerwehr, Sicherheitskräften und Polizei evakuiert. Die Konzerte am Freitagabend wurden ersatzlos gestrichen. © Lehmann

Eching - Sintflutartige Regenfälle und Winböen von bis zu 120 Kilometern pro Stunde haben dem Sonnenrot-Festival in Eching einen dramatischen Freitagabend beschert.

Kurz nach 21.30 Uhr brach das Unwetter plötzlich über die Festivalbesucher hinein. Innerhalb von Minuten standen die Zelte der Camper unter Wasser, Sonnenschirme und Zäune riss der Sturm aus der Verankerung und das Bühnenzelt wankte bedrohlich. Panisch flohen die Besucher ins Zelt, um sich vor den Fluten zu retten. Hier hatten „Puppetmastaz“ gerade mit ihrem Auftritt begonnen, als es von Seiten der Sicherheitskräfte hieß: Das Gelände wird evakuiert. Der Auftritt von Hauptact "Snow Patrol" auf der Hauptbühne musste ersatzlos gestrichen werden.

Mittlerweile waren die Feuerwehren aus der Umgebung, Neufahrner Polizei und Münchener Bereitsschaftspolizei sowie unzählige Rettungskräfte vor Ort, um das Gelände abzuriegeln und mögliche Verletzte zu versorgen. Ernste Zwischenfälle gab es allerdings keine, konnte Lothar Aichinger, Einsatzleiter des Roten Kreuzes, beruhigen. Die frierenden und durchnässten Festivalfans wurden mit Heizdecken und heißem Tee versorgt.

Ein Shuttlebus brachte die Camper, die noch schnell ihr Hab und Gut zusammenpacken konnten, in die Dreifachturnhalle nach Eching, um dort die Nacht zumindest im Trockenen zu verbringen. Aufgrund der Wetterprognosen hatten sich die Organisatoren bereits für diesen Ernstfall vorbereitet. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte waren in Alarmbereitschaft, so dass die Evakuierung reibungslos und flott von statten ging.

Happy-End in Gummistiefeln

Am Samstag erlebte die Echinger Festival-Premiere dennoch ein Happy-End. Als Moneybrother am Samstag um 20.30 Uhr die Bühne stürmte, hatte der Regen den Festivalplatz bereits in eine wahre Woodstock-Landschaft aus Schlamm und Matsch verwandelt. Doch die Musikfans  schienen, ausgehungert vom Unwetterfreitag, feiertechnisch einiges nachzuholen. Im Regencape, mit Gummistiefeln, Strohhut und Sonnenbrille rockten sie ausgelassen.

Mit einem seligen Lächeln verließen gegen 3 Uhr die Fans das Gelände. Vergessen waren Regen, Evakuierung und die Enttäuschung über abgesagte Auftritte. Und selbst noch auf dem Weg zum Campingplatz hörte man in der Dunkelheit die Festivalbesucher ihr persönliches Sonnenrot-Fazit singen: „Yippie Yippie Yeah“.

mm/Freisinger Tagblatt

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