1. tz
  2. München
  3. Stadt

Freie Fahrt durch den Tunnel

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

tunnel
Unter den Augen der Honoratioren durchschneiden Felix und Louisa feierlich das gelb-schwarze Band zur symbolischen Tunneleröffnung. © Klaus Haag

München - Das Band ist zerschnitten, der Segen gesprochen und die letzten Markierungsarbeiten erledigt: Heute ist Tag eins für den Ringtunnel Nummer zwei in der Stadt.

Die Richard-Strauss-Straße, auf der zuletzt täglich 100 000 Fahrzeuge rollten, wird zu Beginn der neuen Woche ungewohnt ruhig bleiben. Zwei Drittel des Verkehrsstroms laufen ab sofort unter der Erde.

Endlich: Der Richard-Strauss-Tunnel ist eröffnet

Fotostrecke

Das Bürgerfest zur Tunneleröffnung am Böhmerwaldplatz wurde von den Regenschauern fast weggespült, die unterirdischen Feierlichkeiten aber konnten planmäßig stattfinden. Nach der Weihe der 1,5 Kilometer langen Röhre durch Stadtdekanin Barbara Kittelberger und Prälat Josef Obermaier durften zwei Kinder das symbolische Band zertrennen. Louisa Süß und Felix Espe erblickten 2003 – im Jahr des ersten Spatenstichs – das Licht der Welt. Ihr ganzes, fast sechs Jahre währendes Leben lang war an der Richard-Strauss-Straße Baustelle.

Endlich: Der Richard-Strauss-Tunnel ist eröffnet

Und zwar eine riesige: Baureferentin Rosemarie Hingerl schilderte die Ausmaße der „wandelnden Baustellenlandschaft“: Die rund 90 000 Quadratmeter entsprechen der Fläche von rund 18 Fußballfeldern! 325 Millionen Euro sind verbaut worden. Jetzt traten OB Christian Ude, einstmals Gegner der Ringtunnels, die Staatsminister Joachim Herrmann und Martin Zeil und Mitarbeiter des Baureferats zum freundlichen Rollerwettbewerb gegeneinander an.

Richard-Strauss-Tunnel: Ein Foto-Rundgang

Fotostrecke

Ude hat seine Tunnelskepsis längst überwunden: „Das habe ich auch schon oft gesagt.“ In Sachen Förderung durch den Freistaat sieht er sich aber bestätigt. Die von der CSU versprochenen 80 Prozent hätten sich schon beim Petueltunnel auf 65 Prozent, beim Richard-Strauss-Tunnel auf 60 und beim anstehenden Südwest-Tunnel auf 45 Prozent reduziert.

Zahlen und Daten

Bauzeit: sechs Jahre

Länge: Richard-Strauss- Tunnel: 1500 Meter

            Effner-Tunnel: 102 Meter

            Seitentunnel Einsteinstraße: 430 bzw. 535 Meter

Höhe der Röhren: 4,80 Meter

Material: 7200 Bohrpfähle für die Tunnelaußenwände (insgesamt über 105 Kilometer) wurden gesetzt; 440 000 Kubikmeter Erd­aushub wurden seit Anfang 2006 bewegt; 170 000 Kubikmeter Beton gegossen, 147 Kilometer Leerrohre für Elektro- und Steuerungskabel verlegt

Einrichtungen: 9 Notausgänge an die Oberfläche, automatische Rauch- und Kohlenmonoxidsensoren.

Chronik

23. Juni 1996: Bürgerentscheid über zwei Fragen „Drei Tunnels braucht der Ring“ und „Das bessere Bürgerbegehren“. Letztendlich haben die Befürworter des Tunnels dank der Stichfrage knapp das Rennen gemacht, denn beide Begehren bekamen eine Mehrheit

Schon 1997 war Baubeginn am Petueltunnel. Das Projekt war schon unter CSU-OB Erich Kiesl weit gediehen gewesen, gestoppt hatte es der wiedergewählte Georg Kronawitter (SPD)

2002 ging der Petueltunnel (ca. 200 Millionen Euro) in Betrieb. Seine Entlastungsswirkung überzeugte auch frühere Zweifler. Der 2003 eingeweihte Petuelpark auf der Tunneldecke gewann sogar Preise.

2003 Beginn der Baumaßnahmen im Osten. 150-mal wurden in den sechs Jahren die Fahrbahnen verschwenkt.

Bis Ende 2010 wird die Tunneldecke gestaltet 2009 beginnen die Arbeiten am Luise-Kiesselbach-Tunnel (398,5 Millionen Euro), die bis 2015 dauern werden.

BW

Auch interessant

Kommentare