Freie Wähler: Mittlerer Ring ganz unter die Erde!

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Der Mittlere Ring an der Landshuter Allee

München - Drei Tunnel braucht der Mittlere Ring - so lautete die Forderung des Bürgerentscheids von 1996. Die Visionen der Freien Wähler (FW) gehen aber jetzt noch viel weiter!

Der Bürgerentscheid brachte und bringt den Münchnern Röhren unter Petuelring, Richard-Strauss-Straße und in den nächsten Jahren auch am Luise-Kiesselbach-Bach. Die Freien Wähler aber fordern jetzt: Einen Tunnel braucht der Mittlere Ring – er soll fast komplett unter der Erde verschwinden!

Im vergangenen Jahr stellten sie Pläne zur Versenkung von Landshuter Allee im Westen und von Chiemgaustraße und Innsbrucker Ring im Osten der Stadt vor. Jetzt schließen sie die Lücke in der Tegernseer Landstraße in Giesing mit einem Konzept des Planungsbüros Vieregg-Rössler. „Wir wollen der Stadt Möglichkeiten aufzeigen, wie endlich die Anwohner aller noch nicht ausgebauten Abschnitte von Lärm, Abgasen und Feinstaub entlastet werden können“, sagt FW-Vorsitzender und Landtagsabgeordneter Prof. Michael Piazolo. Die vom Stadtrat beschlossene Machbarkeitsstudie für neue Tunnel geht ihm nicht weit genug.

Nach dem Gutachten muss dringend etwas geschehen: Wie eine Kreissäge zerschneiden die bis zu neun Spuren der Tegernseer Landstraße Giesing. Bis zu 140 000 Autos pro Tag verpesten und plagen die Nachbarn. Für Fußgänger gibt es nur eine Brücke, und die ist nichtmal barrierefrei. Auch der Verkehr brauche eine neue Regelung: Die sich überkreuzenden Spurwechsel erzeugten dauernd Stau und viele Unfälle. Außerdem werde der Abschnitt mit dem Ende der Planung des Autobahn-Südrings immer wichtiger.

Auf einer Länge von 900 Metern sehen Vieregg-Rössler darum einen Tunnel mit acht Spuren vor. Das wäre der breiteste Tunnel weit und breit! Über der Erde würden nur zwei Spuren für die Nachbarn bleiben, dazwischen viel Grün und Anwohner-Parkplätze, die in dem Viertel noch Mangelware sind. Die Kosten veranschlagen die Planer auf 180 Millionen Euro. Die drei anderen vorgeschlagenen Tunnels taxiert das Büro auf 372 Millionen Euro bei einer Bauzeit von vier Jahren.

Die CSU sieht sich bestätigt und freut sich über den Vorstoß. Fraktionschef Josef Schmid mahnt aber wegen der klammen Kassen: „Die Komplettlösung ist ein langfristiges Ziel, dem wir uns Schritt für Schritt oder Tunnel für Tunnel nähern müssen.“

David Costanzo

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