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Hauptbahnhof: Wie wird er in Zukunft aussehen?

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Der Bahnhofsplatz wird in die Neugestaltung einbezogen und anders strukturiert. Im Gebäudeinneren gibt es neben Bahnsteigen und Gleisen Geschäfte und viele Büroräume zum Vermieten © Visualisierung: Auer+Weber

München - Der Hauptbahnhof feiert am Sonntag seinen 160. Geburtstag, und die spannendste Frage an diesem Jubeltag ist: Wohin geht die Reise der bundesweit zweitgrößten Station?

Sowohl Frage als auch Skepsis sind berechtigt, denn auf dem Papier gab es seit den 90er-Jahren mehrere spektakuläre Um- und Neubaupläne: Projekte, die euphorisch auf die Express-Schiene gesetzt wurden und gleich wieder auf dem Abstellgleis gelandet sind. Die vertraute grünliche Plattenfassade des Bahnhofkomplexes mit dem nierenförmigen Vordach stammt natürlich nicht von 1839, sondern aus der Nachkriegszeit.

Hauptbahnhof: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Strecke

Was heuer gefeiert wird, ist die Fertigstellung des ersten provisorischen Bahnhofs auf der Strecke München–Lochhausen 1839, der bereits 1847 niederbrannte.

Innerhalb von zwei Jahren wurde der repräsentative Centralbahnhof  nach den Plänen von Friedrich Bürklein erbaut. Der Architekt der Maximilianstraße setzte auf den Rundbogenstil des Klassizismus.

1896 eröffnete an der Nordflanke der Starnberger Flügelbahnhof , 1915 der Holzkirchner Bahnhof im Süden. 1904 erhielt das Gesamtkunstwerk den Namen München Hauptbahnhof.

Der blieb, vieles andere änderte sich: Kriegsbomben zerstörten 1945 große Teile der Anlage, 1949 wurde die Bahnsteighalle abgerissen. Schrittweise entstanden erst die Trakte im Norden, dann im Süden und schließlich 1959 bis 1960 neue Bahnhofsgebäude. Dort wurden einige Mauerreste des Bürklein-Bahnhofs integriert. 40 Jahre später setzte sich Peter Gauweiler (CSU) dafür ein, bei einem Neubau ans historische Vorbild anzuknüpfen – erfolglos.

Deutsche Bahn und die Stadt München hatten Futuristisches im Sinn: In den 90er-Jahren überraschte das Konzept München 21. Dieses sollte die Anlagen teilweise in den Untergrund verlegen und den Sack- in einen Durchgangsbahnhof umwandeln. Daraus wurde nichts, das Underground-Projekt landete am Prellbock.

Trotzdem wollte man einen attraktiven, zeitgemäßen Bahnhof. In einem Architektenwettbewerb machte das Münchner Büro Auer + Weber das Rennen. Große Freude über das lichte Gebäude, großer Katzenjammer wenig später, als der Bahn die Kosten von 350 Millionen zu hoch wurden.

Mit der zweiten S-Bahn-Stammstrecke – und zwischendurch dem Transrapid – konnte das Unternehmen wirtschaftlicher berechnet werden: Für das Zugangsgebäude zur S-Entlastungsröhre müsse man den Bahnhof ohnehin 40 Meter tief ausheben und Teile der Schalterhalle abreißen. Doch die Erleichterung war auch nur von kurzer Dauer. Derzeit hoffen die Planer, dass der Zug für die zweite Stammstrecke nicht endgültig abgefahren ist.

Bekanntlich wird bis Herbst geprüft, ob nicht doch der Südring, weitab vom Hauptbahnhof besser wäre.

Barbara Wimmer

Großer Bahnhof

Die Party auf dem Hauptbahnhof findet am Sonntag von 12 bis 20 Uhr statt. Am Holzkirchner Bahnhof starten Fahrten mit einem Dampfzug, außerdem gibt’s eine Fahrzeugausstellung. Im Zentralbereich treten auf: Holledauer Musikanten, Eventband Dropzone, Tuch­akrobaten und die HipHop & Breakdance School. Bäcker Rischart spendiert eine Torte, die Stücke werden für einen guten Zweck verkauft.

Zahlen zum Bahnhof: 350.000 Reisende pro Tag und Gäste; 470 Regional- und Fernverkehrszüge beginnen von den 32 Gleisen ihre Fahrt ins In- und Ausland.

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