Herr OB Ude, warum fährt die Tram abends nur alle 20 Minuten?

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OB Ude im MVG-Museum

München - Münchens Oberbürgermeister Christian Ude beantwortet für die tz Leserfragen. Diesmal geht es um den Trambahn-Takt nach 20 Uhr.

Frage: Warum fährt am Abend ab 20.30 Uhr die Tramlinie 18 nur alle 20 Minuten? Die Geschäfte und Kaufhäuser schließen erst um 20 Uhr – danach muss man für die Heimfahrt 20 Minuten lang auf eine Straßenbahn warten. Ich dachte, München ist eine Weltstadt mit Herz? Davon ist leider nichts zu spüren. Da werden tatsächlich um 20.30 Uhr schon die Gehsteige hochgeklappt.

Helga Brandner, Laim

Antwort: Sie haben Recht: Die meisten Trambahnlinien fahren nach ca. 20.30 Uhr nur noch im 20-Minuten-Takt. Aber es gibt Ausnahmen, vor allem wenn sich Streckenabschnitte von zwei verschiedenen Linien überlagern. Das ist beispielsweise bei den Linien 18 und 19 der Fall, die den Streckenabschnitt zwischen Hauptbahnhof und Lautensackstraße gemeinsam befahren. Ebenso gilt dies für die Strecke zwischen Stachus und Westfriedhof, die (außer am Sonntag) von der Linie 20 und von der Verstärkerlinie 21 bis 22 Uhr befahren wird.

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Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember kam der bedeutsame Streckenabschnitt zwischen Romanplatz und Sendlinger Tor hinzu. Dann wird dieser Abschnitt von der Linie 17 und auch noch von der Verstärkerlinie 16 bedient, was einen 10-Minuten-Takt bis 22 Uhr ermöglicht, an Freitagen und Samstagen sogar bis 24 Uhr. Das ist für abendliche Trambahn-Fahrgäste doch eine gute Nachricht!

Leider ist es aber nicht möglich, auf allen Linien einen 10-Minuten-Takt bis 22 Uhr zu bieten, weil die Nachfrage einfach zu gering ist. Alle Fahrgäste müssten mit ihrem Fahrgeld zusätzliche Trambahnen finanzieren, die bei einem 10-Minuten-Takt reichlich unausgelastet fahren müssten. Für eine derartige Kostenmehrbelastung hätte die Mehrzahl der Fahrgäste kein Verständnis, vor allem dann nicht, wenn sie in den Stoßzeiten selber mit einem Stehplatz vorlieb nehmen müssten und dann auch noch mehr zu bezahlen hätten, um die Wartezeiten von vergleichsweise wenigen Fahrgästen in den Abendstunden zu verkürzen.

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