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Herr Ude, warum ist es im Olympiapark so laut?

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Im Sommer sind manche Anwohner genervt von den Konzerten, die im Olympiapark stattfinden. © dpa

München - tz-Leser fragen, OB Christian Ude antwortet. Heute geht es um die Lärmbelästigung für die Anwohner des Olympiaparks.

Frage: Warum wird den Anwohnern des Olympiaparks seit vielen Jahren jeden Sommer von Mai bis Mitte September der Krach der „Konzerte“ aus dem Olympiastadion, vom Tollwood-Festival und vom Theatron zugemutet? Ich möchte nur wissen, warum man dem Vergnügen von vergleichsweise wenigen die Lebensqualität der Anwohner opfert. Und ich fürchte, dass das in Zukunft, nachdem nach dem Wegfall der Fußballspiele ein neues Konzept für den Olympiapark nötig ist, noch viel schlimmer wird.

Lydia Schwarz, Neuhausen-Nymphenburg

Antwort: Leider sind mit der Durchführung von Großveranstaltungen gewisse Beeinträchtigungen für die Wohnbevölkerung nicht immer völlig auszuschließen. Speziell die durch die Live-Musik erzeugte Lautstärke bei Open-Air-Konzerten, die von den zahlreichen Besuchern mit Begeisterung angenommen, von Anwohnern aber als störender Lärm empfunden wird, stellt einen nicht immer zur Zufriedenheit aller lösbaren Interessenskonflikt dar.

Dennoch sind die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung stets bemüht, den Ansprüchen der Betroffenen nach Möglichkeit gerecht zu werden. So wurde schon vor Jahren, u.a. auch als Folge Ihrer Beschwerden bzw. der vom Referat für Gesundheit und Umwelt durchgeführten Messungen festgelegt, dass sämtliche lärmrelevanten Musikveranstaltungen (u.a. im Theatron und bei Tollwood) um 22 Uhr beendet sein müssen. Lediglich für die ohnehin nur wenigen großen Open-Air-Konzerte im Olympiastadion wird eine Ausnahme mit einer Schlusszeit bis 23 Uhr, wie dies auch vergleichsweise in anderen Großstädten der Fall ist, zugelassen.

Ergänzend zu den zeitlichen Vorgaben werden für prägnante Veranstaltungen auch sog. Pegel für Höchstlautstärken vorgegeben, die auch kontinuierlich vom Referat für Gesundheit und Umwelt oder anerkannten Sachverständigen überprüft werden. Unabhängig hiervon wurde Ihnen bereits vom Referat für Gesundheit und Umwelt angeboten, während des Musiksommers im Theatron wieder entsprechende Messungen in Ihrem Wohnbereich durchzuführen.

Für das mehrwöchige Tollwood-Festival wurde zwischenzeitlich auf Initiative der Behörden vom Veranstalter sogar ein sog. Beschwerdetelefon eingerichtet, das rund um die Uhr besetzt ist, damit ggf. auch zeitnah auf Beschwerden reagiert werden kann. Es ist also keinesfalls so, dass, wie Sie behaupten, „die Lebensqualität von Anwohnern dem Vergnügen von vergleichsweise wenigen geopfert wird“.

Beachten Sie bitte bei aller persönlichen Verärgerung zudem, dass München den Rang einer Welt- und Kulturstadt gerade auch durch solche Großveranstaltungen erlangt hat und dass das jeweils sehr hohe Besucheraufkommen bei den besagten Veranstaltungen zeigt, dass es sich eben nicht nur um einige „wenige“ handelt, die dort ihr „Vergnügen“ suchen.

Ich bitte Sie also abschließend um Nachsicht dafür, dass die Landeshauptstadt München im Rahmen der rechtlichen Gegebenheiten und in Abwägung sämtlicher Interessen dem Bedarf auch an solchen Veranstaltungen in gewissem Maße Rechnung zu tragen hat und dies auch in Zukunft tun wird.

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