Herr OB Ude, warum ...?

petuelpark
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Die Beleuchtungssäulen im Petuelpark treffen nicht überall auf Zustimmung.

München - Münchens OB Christian Ude beantwortet für die tz Leserfragen. Themen heute: die Beleuchtung im Petuelpark und eine fragwürdige Altkleidersammlung.

Frage: Warum wurden im Petuelpark Beleuchtungssäulen mit einer gelben und einer grünen Lichtquelle aufgestellt? Warum keine Straßenlaternen, die Wege und Straßen von oben beleuchten? Diese modernen Säulen blenden Fußgänger und Radfahrer. Sie behindern die Sicht und sind äußerst unangenehm. Der entgegenkommende Fußgänger oder Radfahrer wird nur schemenhaft und zu spät gesehen.

Hilde König, Milbertshofen

Antwort: Offen gesagt habe ich bisher nur Lob für den Petuelpark gehört (unverdientes Lob, denn der Petueltunnel wurde ja nicht vom Rathaus, sondern von der Bürgerschaft durchgesetzt). Da ich selber nur tagsüber vorbeikomme (und den kleinen Park mit seinem vielfältigen Kunstangebot genieße), kannte ich das Beleuchtungsproblem nicht.

Hier die Antwort des Baureferates: „Der 2004 eröffnete Petuelpark wurde nach dem Entwurf der Landschaftsarchitekten Jühling und Bertram gestaltet. Parallel zu deren Grün-Konzept entwickelte Stephan Huber als Künstlerkurator im Rahmen des ‚Kunst am Bau‘-Programms der Stadt München das Kunstkonzept für diese einzigartige Parklandschaft über dem Dach des Tunnels. Insgesamt zwölf renommierte Künstlerinnen und Künstler haben Arbeiten speziell für diesen Park geschaffen. Zu diesem Kunstprojekt gehört übrigens auch das Café am Fontänenplatz im Zentrum des Petuelparks.

Teil des Kunstkonzeptes ist auch die Beleuchtung. Der Münchner Dietmar Tanteri hat es übernommen, die funktionale Aufgabe der Beleuchtung künstlerisch zu lösen. Die Stelen aus Edelstahl wirken wie Skulpturen und sind mit Autoscheinwerfern bestückt, die grünes und gelbes Licht ausstrahlen. Zugegeben, eine ungewöhnliche Art der Beleuchtung in einem öffentlichen Raum. Art und Helligkeit der Beleuchtung wurden aber seinerzeit unter Sicherheitsaspekten von Fachleuten geprüft und für geeignet beurteilt.

Die gesamte Gestaltung des Parks – einschließlich der Beleuchtung – wurde in einem intensiven Beteiligungsprozess mit Nachbarschaft und den zuständigen Bezirksausschussgremien abgestimmt und im Stadtrat genehmigt.“

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Frage: Zur Zeit werden in München Hinweiszettel verteilt mit der Bitte, Schuhe und Altkleider für einen „angeblich“ guten Zweck zu spenden. Der Initiator nennt sich „Herz für Kinder e.V.“ (nicht zu verwechseln mit der seriösen Aktion „Ein Herz für Kinder“). Warum darf hier für diesen Verein geworben werden, der in einigen Bundesländern sogar verboten wurde? Als Bürgermeister dürfte es auch in Ihrem Interesse sein, dass hier alles korrekt abläuft.

Siegfried Kube, Fasanerie

Antwort: Sie haben Recht: In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg darf nicht für den Verein „Herz für Kinder e.V.“ gesammelt werden. Ich habe mir die Wurfzettel angesehen: Dort wird zwar mit dem Emblem „Herz für Kinder e.V.“ geworben, als Veranstalter der Altkleidersammlung wird aber eine Privatfirma genannt, die im Text auch ausdrücklich darauf hinweist, dass es sich um eine kommerzielle Sammlung handelt, die ausschließlich dem Zweck dient, tragbare Kleidungsstücke wiederzuverwenden. Der Verein, mit dessen Namen und Emblem geworben wird, erhält lediglich eine monatliche Pauschale.

Für die Sammeltätigkeit gilt in Deutschland unterschiedliches Landesrecht. In Bayern wurde das Sammlungsgesetz mit Wirkung vom 1. Januar 2008 aufgehoben. Ein Vorgehen gegen die Aktivitäten des Vereins ist schon aus diesem Grunde nicht mehr möglich. Aber auch vorher waren solche Sammlungen in Bayern nicht erlaubnisbedürftig, sie unterlagen auch keiner behördlichen Überwachung.

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