Probleme bei Mensch, Tier und Natur

tz-Hitzereport: Die Schattenseiten des Sommers

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Die Mega-Trockenheit sorgt für viele Probleme.

München - So schön das Wetter auch ist, die hohen Temperaturen haben auch negative Folgen und sorgen für Probleme bei Mensch, Tier und Natur.

So ein super Wetter wünscht man sich am liebsten jeden Sommer: Mit 13 Tagen über 30 Grad verwöhnte uns der Juli – es war einer der heißesten überhaupt. Und es geht genau so weiter! Auch der August wird sonnig und heiß, prognostiziert Dominik Jung von www.wetter.net. Badewetter in München! Das freut auch die Betreiber von Eisdielen, Schwimmbädern und Biergärten. Sie profitieren von der Hitze. Aber sie hat auch viele Schattenseiten. Nicht nur unser Kreislauf ist belastet – auch Stadt und Umland ächzen unter dauerhaft hohen Temperaturen. Wiesen und Felder trocknen aus, Straßen gehen kaputt, Polizei und Feuerwehr sind im Dauereinsatz.

Wo genau die Sonne ihre Schattenseiten zeigt? Alle Infos im tz-Report:

  • Wegen erhöhter Waldbrandgefahr hat die Regierung von Oberbayern eine Luftbeobachtung angeordnet, um Waldbrände vorbeugend zu vermeiden. Aktuell herrscht nämlich Gefahrenstufe 5 – die höchste überhaupt! Norbert Trenker, Stützpunktleiter vom Flughafen Fürstenfeldbruck der Luftrettungsstaffel Bayern: „Wir fliegen 300 bis 400 Meter über dem Boden. Wenn es Rauchentwicklungen in Wäldern gibt, sehen wir das sofort und alarmieren umgehend die zuständige Rettungsleitstelle. Erst kürzlich haben wir so einen Brandherd entdeckt.“ Die tz saß mit im Cockpit des Luftbeobachtungsfliegers! Die Reportage lesen Sie demnächst.
  • Permanente Alarmbereitschaft auch bei der Feuerwehr! „Im sommerlichen Freizeitspaß handeln die Leute oft fahrlässig“, sagt Karl Pieterek. „Man muss das Rauchverbot in der Nähe von Wäldern unbedingt einhalten!“ Obacht gelte auch beim Grillen, damit Glut nicht irgendwo hingeweht wird, wo sie ein Feuer entfachen kann. Autofahrern rät Pieterek: „Bitte stellen Sie Ihre heißen Fahrzeuge nicht auf die ausgetrocknete Wiese. Ein heißer Fahrzeugkatalysator oder Auspuff kann ebenfalls schnell einen Brand auslösen!“
  • Apropos Autofahrer: Die Hitze kann für sie zum Verhängnis werden. Die Autobahndirektion Süd hat deshalb bereits Geschwindigkeitsbeschränkungen angeordnet: Tempo 80 gilt für die A94 in beiden Richtungen zwischen Kreuz München-Ost und Forstinning und die A92 zwischen Oberschleißheim und Dingolfing-Ost. Hier herrscht nämlich Blow-Up-Gefahr! „Bis jetzt gibt es zwar noch keine, aber lieber reagiert man zu früh als zu spät drauf“, so ein Sprecher.
  • Im richtigen Moment reagiert haben Rettungsschwimmer der DLRG Donnerstag Mittag: Um 13.24 Uhr sahen sie eine 65-jährige Frau plötzlich leblos im Fasanerie-See treiben. Sofort sprangen die Lebensretter mutig ins Wasser, zogen die Ertrinkende ans Ufer und begannen mit der Reanimation. Der Sanka brachte die Frau in die Klinik.
  • Im Englischen Garten reagiert man mit einer Art Odelfass auf die Hitzewelle, mit dem die Wege gewässert werden. „Es gibt wassergebundene Wege. Wenn das Wasser zum Binden getrocknet ist, wie jetzt bei der Hitze, dann wird Staub aufgewirbelt“, erklärt Chef Thomas Köster. In das Fass passen 5000 Liter Wasser. Das reicht, um zehn Minuten zu bewässern. „Es muss richtig plätschern, sonst verdampft das Wasser ja gleich.“ Zehn Minuten dauert es auch, bis alles versickert ist.
  • Ohne Bewässerung müssen die städtischen Rasenflächen auskommen. „Eine Ausnahme stellen Sportflächen dar, weil sie im ausgetrockneten Zustand schlechter bespielbar und anfälliger für Beschädigungen sind“, sagt Melanie Zeitler vom Baureferat. Weitere Ausnahme: der Marienhof. Er wurde heuer bereits sechsmal mit Beregnungsanlagen bewässert. Wenn’s so heiß bleibt, wird weiterhin zweimal wöchentlich gewässert. Pflanzentröge werden bei Bedarf öfters gegossen.
  • Auch im Tierpark wird geschwitzt: Gegen die Hitze gibt’s aber eine tierisch gute Lösung: Eistoren-Partys. Darin packen die Pfleger Obst, Karotten, Makrelen, Datteln –und Sahne obendrauf! Das Eisbären-Trio Giovanna, Nela und Nobby lieben den eiskalten Leckerbissen. Ihre Nachbarn faulenzen im Schatten oder planschen im Wasser.

    Der August im Wetter-Check

Jahr Grad Sonnen-Stunden Regen (Liter)
2000 18,0 250 62,1
2001 18,0 245 108
2002 17,9 199 141,3
2003 18,6 307 27
2004 18,0 245 53,1
2005 17,5 183 100,8
2006 17,4 148 133,2
2007 17,7 201 81
2008 17,9 239 83,7
2009 18,1 263 46,8
2010 17,9 166 142,2
2011 18,0 265 59,4
2012 17,9 278 125,1
2013 17,9 252 71,1
2014 17,6 175 86,4
2015* 19,9 45 0,3

*Die Werte der ersten August-Woche

Bei den Temperaturen handelt es sich um Durchschnittswerte

Quellen: Meteomedia, wetter.net


Manuel Bonke, Andreas Thieme

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