Jetzt doch! Eine neue Moschee für München

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Die Pläne für eine Moschee am Gotzinger Platz (Modell) sind gescheitert. Jetzt gibt es neue.

München und eine neue Moschee – alles vorbei!? Falsch! Nun soll die Stadt gar ein eigenes Islam-Zentrum bekommen – selbstverständlich auch mit Moschee.

Die Moschee am Gotzinger Platz – sie war wohl eins der umstrittensten Bauprojekte Münchens überhaupt. Über Jahre zankten sich der Oberbürgermeister, der Stadtrat, Anwohner und natürlich die betroffenen Muslime um Bebauungspläne und Finanzierungen. Bis sich dann vor wenigen Wochen alles erledigte, weil’s am Geld fehlte.

Jetzt aber gibt es einen neuen Plan. Er stammt von dem Penzberger Imam Benjamin Idriz. Tatsache ist: Er könnte das Projekt (mit seinen Unterstützern im Rücken) auch finanziell problemlos stemmen. Und noch einen entscheidenden Unterschied zum Gotzinger Platz gibt es: Auch im Stadtrat unterstützen alle Parteien – von der SPD, den Grünen bis hin zur CSU – das „Zentrum für Islam in Europa – München“, so der offizielle Name. Keine Streitereien, keine Polemik in Sicht. „Das richtige Projekt“ nennt beispielsweise CSU-Fraktionschef Josef Schmid die Idee.

Das neue Zentrum soll übrigens aus einer großen Moschee, aus einer öffentlichen Bibliothek, einem Museum sowie einem Kindergarten und Seniorenbereich bestehen. Es solle ein Ort der „Begegnung“ zwischen den Kulturen werden.

Aber wo wird gebaut? Als Ort für das Projekt habe man den Platz des städtischen Bauhofs an der Dachauer Straße im Auge. Eine Entscheidung sei hier aber noch nicht getroffen worden, hieß es aus Insider-Kreisen. Allen Beteiligten ist aber wichtig, dass das Zentrum direkt in der Stadt entsteht und nicht irgendwo am Stadtrand. Bei der Suche nach einem Bauplatz ist aber davon auszugehen, dass dem Gotzinger Platz aus dem Weg gegangen wird. Jedenfalls ist hier der Streit mit so manchem Anwohnern schon vorprogrammiert.

Imam Benjamin Idriz hatte in Penzberg – mit Hilfe des Architekten Alen Jasarevicben – eine moderne Moschee errichtet. Als Geldgeber war dabei unter anderem der Emir von Sharja, Mohammed Al-Quasimi, tätig. Er will auch bei dem Münchner Islam-Zentrum als Unterstützer einspringen. Aber nur, wenn es keine politischen Streitereien um das Projekt gibt. Noch deutet alles darauf hin, dass es ruhig bleibt und endlich eine zufriedenstellende Lösung für alle gefunden werden kann.

tz

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