Knast für brutalen U-Bahn-Schubser

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Bleibt im Knast: Patrick A. (23)

München - Er hätte sich nicht über die beiden Hunde des 23-jährigen Patrick A. beschweren sollen, die im U-Bahnhof Innsbrucker Ring umherliefen. Hans-Jürgen S. (46) musste dies am 29. Mai beinahe mit dem Leben bezahlen.

Der junge Hundehalter, der sich ohne Fahrschein im Untergrund herumtrieb, schubste den Beamten zu Boden. Als sich dieser wieder aufrappeln wollte, stieß er sein Opfer auf die Gleise!

„Er hat die Erziehung meiner Hunde bemängelt“, nörgelte der 23-jährige Schweizer am Dienstag vor dem Amtsgericht über den 43-Jährigen. „Ich forderte ihn auf, weiterzugehen.“ Wie er das formulierte, hörten Zeugen deutlich: „Verpiss dich!“ Patrick A. verpasste dem angetrunkenen Mann einen Schubser. Dieser torkelte Richtung Bahnsteigkante. Hans-Jürgen S. rappelte sich wieder auf, da stieß ihn der Täter eiskalt hinunter. Der 43-Jährige schlug mit dem Gesicht auf der Schiene auf, erlitt eine stark blutende Platzwunde.

Hans-Jürgen S. hatte Glück im Unglück. Zeugen, die die brutale Tat beobachtet hatten, holten den fast bewusstlosen Mann wieder auf den Bahnsteig zurück, wenige Minuten bevor die nächste U 2 einfuhr. S., der sich nur bruchstückhaft an das Geschen erinnert, hatte ohnehin einen schlechten Tag: „Meine Mutter lag im Sterben.“ Seine Platzwunde musste im Krankenhaus genäht, und die Schürfwunden versorgt werden.

Der Täter interesserte das nicht. Er stieg mit seiner Freundin in die U-Bahn und fuhr davon, ohne sich um das Opfer zu kümmern. Warum? Auf die Frage des Amtsrichters redet sich der Angeklagte raus: „Ich war geschockt.“ Seine Freundin Janina (19) im Zeugenstand: „Ich habe mir nichts dabei gedacht.“ Am Sendlinger Tor konnte Patrick A. festgenommen werden. Seither sitzt der Schweizer in Haft.

Staatsanwalt Dr. Christoph Barthe forderte drei Jahre und neun Monate Haft wegen gefährlicher Körperverletzung. Verteidigerin schob indessen den Opfer die Schuld zu: „Hätte der Zeuge die beiden nicht angesprochen, wäre nichts passiert.“ Vor Gericht bettelte der Täter um Bewährung, und erklärte sich bereit, 1000 Euro an sein Opfer zu zahlen. Das Urteil: zwei Jahre und 10 Monate Gefängnis! Der Richter: „Er hat ohne Skrupel zugestoßen und dabei billigend in Kauf genommen dass jemand stirbt.“

E. Unfried

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