Mann droht mit Bomben: Entwarnung nach Großeinsatz in München und Ingolstadt

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Europas Politiker in der Pflicht

tz-Kommentar zum Flüchtlingsdrama: Hilfe und Egoismus

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Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof.

München - Mehrere Tausend neue Flüchtlinge sind in München angekommen. In seinem Kommentar lobt tz-Politik-Chef Klaus Rimpel die Hilfsbereitschaft der Münchner und erklärt, was nun passieren muss.

tz-Politik-Chef Klaus Rimpel

Erschöpfte, aber glückliche Gesichter; Kinder, die auf Pappkartons am Bahnsteig gewickelt werden – und ganz normale Münchner Bürger, die die am Hauptbahnhof gestrandeten Flüchtlinge mit Essen und Spielzeug empfangen: Die Szenen, die sich nach der Abschiebe-Aktion der Ungarn nun in München abspielen, zeigen deutlicher als jeder noch so schlaue Experten-Artikel: Das Flüchtlingsdrama geht uns alle an – Kriege an scheinbar so fernen Orten wie Syrien oder Afghanistan wirken bis in unsere so sorglose, schöne Stadt.

Doch so bewundernswert es ist, dass viele engagierte Münchner das begriffen haben und freiwillig helfen, wo es nur geht: Europas Politiker tun noch immer so, als lassen sich Krieg und wirtschaftliche Not einfach per Stacheldraht oder Gesetzgebung aussperren.

Viele EU-Mitglieder fallen in dieser Flüchtlingskrise in eine beschämende, nationalistische Politik zurück – nach dem ungarischen Motto: die Menschen möglichst schnell weiterschieben, Hauptsache wir sind sie los … Dänemark halbiert die Gelder für Asylbewerber im Alleingang, die Briten machen die Schotten dicht: Jeder kocht sein eigenes, egoistisches Süppchen.

Zugegeben, auch Deutschland war bislang nicht viel besser und hat allzu lange die Hauptbetroffenen wie Italien, Griechenland oder Spanien mit dem Ansturm alleingelassen. Doch Angela Merkel scheint jetzt gewillt, Verantwortung zu übernehmen. Deutschland kann aber seinen Beitrag zur Bewältigung dieser Jahrhundertaufgabe nur leisten, wenn die anderen EU-Partner mitziehen. Die EU muss in dieser Herausforderung zu einer gemeinsamen Linie finden. Falls nicht, steht mehr auf dem Spiel als Sozialkosten: Es wäre das Ende der politischen Union Europas und die Rückkehr des dunklen Zeitalters der nur auf den eigenen Vorteil bedachten Nationalstaaten.

Klaus Rimpel

Unser Info-Ticker zu den Flüchtlingen in München

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