Dreh bei Garmisch - So sind Sie dabei

140 Komparsen für Hollywood-Film gesucht

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Action in Garmisch-Partenkirchen: Im Herbst wird in den Wäldern des Wettersteingebirges der Kinofilm „Big Game“ gedreht. Die Hauptrolle – den US-Präsident – spielt Hollywood-Star Samuel L. Jackson. 140 Männer können sich noch als Komparsen bewerben.

München - Action in Garmisch-Partenkirchen: Im Herbst wird in den Wäldern des Wettersteingebirges der Kinofilm „Big Game“ gedreht. Die Hauptrolle spielt Hollywood-Star Samuel L. Jackson. 140 Männer können sich noch als Komparsen bewerben.

Anfang des Jahres noch hat man Samuel L. Jackson als alten Sklaven bewundern dürfen – in Quentin Tarantinos Film „Django“ spielte er an der Seite von Leonardo Di Caprio und Christoph Waltz. Doch bald schon wird der 64-Jährige als US-Präsident durch die Wälder des Wettersteingebirges hetzen. Denn weite Teile des Films „Big Game“ werden von 16. September bis 4. November in den Bergwäldern um Garmisch-Partenkirchen gedreht. Der Rest in München.

Eigentlich spielt die Handlung der finnisch-deutsch-englischen Koproduktion ja in Finnland, der Heimat von Regisseur Jalmari Helander. Weil aber der Film-Fernseh-Fonds Bayern (FFF) in seinem neuen „Sonderprogramm internationale Koproduktionen“ 1 Million Euro in das Projekt steckt, dreht das Filmteam hierzulande. „Wir werden nur in Bayern arbeiten“, kündigt Christine Rau von der beteiligten Berliner Produktionsfirma Egoli Tossell an. „In den Bavaria Filmstudios und in Garmisch-Partenkirchen.“

Und darum geht’s in dem Film: Der 13-jährige Oskari (dargestellt von Onni Tommila) soll zum Mann werden und darum nach altem Brauch seines Dorfes eine Nacht in der Wildnis verbringen. Mit Pfeil und Bogen muss er ein Wild erlegen. Doch alles kommt natürlich anders. Ein riesiges Flugzeug rast im Sturzflug in den Wald und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Oskari läuft zur Stelle des Absturzes und entdeckt in einer Rettungskapsel einen Mann. Voller Erstaunen stellt der Knabe fest, dass es sich um niemand Geringeren als den Präsidenten der Vereinigten Staaten (Jackson) handelt. Der hat es mit finsteren Widersachern zu tun bekommen. Oskari und der Präsident geraten in ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel. Sie werden sowohl vom Secret Service als auch von Terroristen mit Kampfhubschraubern durch die bergige Wildnis gejagt.

Große Teile dieses Spektakels – etwa die Auseinandersetzung an Bord der Präsidentenmaschine – würden natürlich im Grünwalder Studio gedreht, betont Rau. Der Absturz wird weitgehend am Computer simuliert. Um für den Rest die richtigen Örtlichkeiten zu finden, waren so genannte „Location Scouts“ in den vergangenen Tagen in den Bergen unterwegs.

Unterstützt hat sie dabei Eugen Huber vom Forstbetrieb Oberammergau der Bayerischen Staatsforsten. Alle Anträge auf außergewöhnliche Nutzung der Wälder um Garmisch-Partenkirchen gehen bei ihm zur Genehmigung ein. Das Filmteam habe unter anderem Interesse an der Partnachklamm geäußert, sagt Huber. „Aber da sind einfach zu viele Leute. Wir haben ihnen Gebiete am Kreuzeck und am Hausberg vorgeschlagen.“ Generell versuche man Schauplätze zu vermitteln, „an denen schon was los ist“, um die Natur so wenig wie möglich zu stören. Schutzgebiete seien ebenfalls tabu.

Etwa zehn Produktionen im Jahr finden Huber zufolge in der idyllischen Gegend statt. „Das geht von Werbefotografien für Sportausstatter über die ,Garmisch-Cops‘ bis zum Kino-Dreh.“ Am Donnerstag erst sei ein Filmemacher im Auftrag des Senders Arte in den Wäldern unterwegs gewesen. „Er macht eine Sendung über die Amazonen.“ Im Fall von „Big Game“ haben Regisseur, Produzenten und Vertreter des Marktes Garmisch-Partenkirchen am Freitag Gespräche darüber geführt, wo die Drehorte für den Film genau liegen sollen. Bürgermeister Thomas Schmid jedenfalls freut sich auf Jackson und Co. „Für unseren Ort ist so eine Produktion immer eine Super-Werbung.“

Freuen können sich auch gut 140 Männer, die mal einen internationalen Filmdreh erleben wollen. Denn für „Big Game“ werden noch Kleindarsteller und Komparsen gesucht. „Wir suchen generell Männer jeden Alters“, sagt Christof Pilsl von der Agentur „Süd Cast“. Ganz besonders brauche man jedoch Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren – sie begleiten Oskari zu Beginn –, muskulöse Männer, englische Muttersprachler und „Männer mit arabischem Aussehen“, die vermeintliche Terroristen spielen sollen. Eins ist sicher: Da wird mächtig was los sein im Bergwald.

Von Johannes Löhr

Das Casting

findet Samstag, 17. August, im Studio 6, Raum 40, am Bavariafilmplatz in Grünwald statt. Dauer: 12 bis 19 Uhr. Weitere Infos online auf www.suedcast.de.

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