tz-Kritik: Helstar in der Garage deluxe

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Auch mit Ü50 noch einer der besten Sänger der Branche: James Rivera

München - Die Texas-Metaller von Helstar überzeugen in der Garage deluxe. Auch eine Szene-Ikone mischt sich unters spärliche Publikum. Die tz-Konzertkritik:

Lag's am Österreich-Länderspiel? Oder können sich die Münchner Metalfans nicht mehr für erstklassige Qualität begeistern? Knapp 50 Besucher bei einem Konzert der US-Stahl-Pioniere von Helstar sind ein Armutszeugnis für die hiesige Szene. Zum Glück nahmen's James Rivera und Co. locker. Der Texas-Fünfer glänzte in der Garage deluxe auf dem Optimolgelände mit einer Energie und Präzision, von der 99 Prozent der Nachwuchsmetaller nur träumen kann.

30 Jahre sind Helstar inzwischen im Geschäft. Über den Status der Kultband sind sie dabei nie hinausgekommen. Unwahrscheinlich, dass die verstärkte Hinwendung zum Thrash daran was ändern wird. Der Liebe der mitgealterten Fans tut die Soundverschärfung jedenfalls keinen Abbruch. So lange Helstar auf der Bühne ihre Achtziger-Perlen wie Toward the Unknown, Baptized in Blood oder Dark Queen polieren, sind ihnen die gereckten Fäuste sicher. Auch wenn in der Garage dieses Mal der Schlagzeugsound (Snare!) schlimm abgemischt war.

Helstar rulen also nach wie vor, auch die Schweizer Semilegende Emerald und die Kanada-Hoffnung Order of Chaos waren mehr als nur Anheizer. Ein spezielles Highlight: Unters spärliche Publikum hatte sich auch Tom G. "Warrior" Fischer samt besserer Hälfte gemischt. "Ich kenne Helstar seit unserer gemeinsamen US-Tour vor 26 Jahren", erzählt der Hellhammer/Celtic Frost/Triptykon-Gründer. "Außerdem kommt meine Lebensgefährtin aus München, von daher bin ich eh oft hier, das hat heute gut gepasst." Momentan ist der 49-jährige Schweizer mit der Produktion des zweiten Triptykon-Albums beschäftigt. Nächstes Jahr wird das Düsterwerk auf die Menschheit losgelassen. Gute Nachrichten!

lk

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