Sie kommen in Frieden

tz-Kritik: Laibach im Backstage

+
Techno, Marsch, Metal, Wagner - Laibach wissen, was zusammenpasst

München - Laibach haben im Backstage ihre Version des Weltuntergangs-Soundtracks zelebriert. Ganz unumstritten ist das "Rammstein für Erwachsene" immer noch nicht. Die tz-Kritik: 

Als "Rammstein für Erwachsene" hat Laibach-Chefdenker Ivan Novak das 1980 gegründete Musikerkollektiv einmal bezeichnet. Ob aus Trotz, künstlerischer Überzeugung oder beidem, sei dahingestellt. Den Zuschauerzahlen nach zu urteilen, sind die Minderjährigen jedenfalls klar in der Überzahl - auch in München. Während für Rammstein die Olympiahalle längst zu mickrig geworden ist, reicht für deren erklärte Inspiratoren die kleine Backstage Halle. Ungerechte Welt.

"We come in peace" heißt die aktuelle Laibach-Tour, angelehnt an die finnische Weltraumnazi-Groteske "Iron Sky", zu der die Slowenen jüngst den Soundtrack beigesteuert haben. Anderthalb Stunden lang entfacht das Herrenquartett plus Dame einen Orkan aus Disco- und Techno-Beats, Marschmusik und Heavy-Metal-Zitaten. Die monströsen Coverversionen "Leben heiß Leben" (Opus) und Geburt einer Nation (Queen) dürfen dabei natürlich ebenso wenig fehlen, wie die der Totalitarismus-Chic am Merchandising-Stand. Doch wer sich darüber noch immer aufregen will, dem sei ein Satz von Laibach-Sänger Milan Fras empfohlen: „Wir sind genauso Faschisten, wie Hitler ein Maler war.“ Serrrvus bis zum nächsten Mal!

Ludwig Krammer

Auch interessant

Meistgelesen

Kommentare