1. tz
  2. München
  3. Stadt

Landratsamt auf Wien-Tour: Bus geklaut

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Landrat Michael Schwaiger steht vor dem mittlerweile geklauten Bus bei einer Pause. Die restliche Brotzeit ist auch weg

Freising - „Da stehst halt da!“ Mit bayerischer Gemütsruhe erzählt Rudolf Hagl vom gleichnamigen Zollinger Busunternehmen von der Schrecksekunde als er bemerkte, dass man ihm eines seiner Fahrzeuge geklaut hatte.

Genau genommen stand nicht nur er da, sondern mit ihm etwa 150 Landratsamt-Mitarbeiter, die mit insgesamt drei Bussen zum Betriebsausflug in die österreichische Hauptstadt Wien gefahren waren. Die Freisinger Reisegruppe sei am vergangenen Samstag um 9.45 Uhr aus dem Hotel getreten, um ihr Gepäck im Bus zu verstauen, erzählt Eva Dörpinghaus, Pressesprecherin des Landratsamtes. Einige Mitarbeiter mussten ihre Koffer und Taschen vorübergehend wieder zurück in die Unterkunft bringen, denn über Nacht waren aus drei Omnibussen zwei geworden. „Wir hatten die drei Busse auf ­einem extra dafür eingerichteten Parkplatz abgestellt“, erzählt Hagl immer noch ein wenig ungläubig von dem Diebstahl. Das fehlende Fahrzeug gehörte noch nicht einmal dem Zollinger Unternehmen.

Hagl hatte ihn sich vom Busunternehmen Obermayr aus Nörting geliehen, weil er selbst für dieses Wochenende nicht mehr so viele Fahrzeuge zur Verfügung hatte: „Wir helfen uns da gegenseitig oft aus“, sagt Hagl. Und der Kollege sprang auch jetzt wieder ein und schickte sofort einen Ersatzbus für sein geklautes Fahzeug Richtung Wien. So konnte die Reisegruppe planmäßig am Samstag um 16.30 Uhr die Heimreise antreten. „Das ist ein Glücksfall, dass da noch ein Fahrzeug frei war“, freut sich Hagl. Denn so hatte der Vorfall zumindest für die Landratsamt-Mitarbeiter keine Konsequenzen. Sie verbrachten noch einen wunderschönen Tag in Österreich.

Rudolf Hagl hingegen hatte viel zu erledigen: Er erstattete Anzeige bei der örtlichen Polizei und setzte sich auch gleich mit der Versicherung in Verbindung. Der Wert des Busses lag bei etwa 360.000 Euro. Hagl erfuhr vor Ort, dass es in Wien offenbar gerade eine richtige Serie solcher Diebstähle gibt. „Mittlerweile ist man nirgends mehr sicher“, seufzt der Busunternehmer. Er weiß, dass die Tat selber „nur eine Minute dauert, dann ist das Fahrzeug weg“. Doch Hagl sieht die Sache von der humorvollen Seite: „Wir haben den Dieben auch noch Brotzeit im Bus gelassen.“ Und er fügt schmunzelnd hinzu: „Am Freitag fahren wir wieder nach Wien.“

Yvonne Henninger

Auch interessant

Kommentare