Ärger mit den Münzautomaten

Die Kleingeld-Odyssee durch die halbe Stadt

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Hans Riemann (li.) und Dietmar Gaiser mit dem Kleingeld.

München - Ein tz-Leser hatte Ärger mit den Münzautomaten der Postbank und wurde von den Mitarbeitern der Servicenummer und unwissenden Bankangestellten durch die halbe Stadt gehetzt - bis sich der Bürgeranwalt seines Falls annahm.

Meine Frau hat ein kleines Geschäft, in dem viel Kleingeld anfällt. Früher brachte ich die Münzen gerollt zur Bank, inzwischen hat die Postbank einen besonderen Service: Man kann die Münzen in einen Automaten werfen, der sie zählt und auf dem Konto gutschreibt. Das hört sich toll an, aber leider sieht die Realität anders aus.

Als ich mit meinen Eimerchen voller Münzen, die zusammen etwa acht Kilogramm wiegen, zur Postbank in der Max-Liebermann-Straße ging, war der Automat kaputt. Also kam ich einige Tage später wieder, aber der Automat funktionierte immer noch nicht. Auf meine Nachfrage in der Filiale erfuhr ich, dass niemand wisse, wann er wieder geht, und ich doch eine spezielle Servicenummer anrufen solle. Dort schickte man mich dann in die Filiale in der Leopoldstraße. Dort angekommen stellte ich fest, dass es hier gar keinen Automaten mit den Funktionen gibt, die ich brauche. Die freundlichen Mitarbeiter in der Leopoldstraße schickten mich also weiter in die Sonnenstraße. Dort gab es zwar einen Automaten mit der richtigen Funktion, die war aber außer Betrieb. Also empfahl man mir, es doch in der Maria-Probst-Straße zu versuchen. Aber auch dort war der Automat kaputt. Als ich am Schalter in der Maria-Probst-Straße von meiner Odyssee durch München erzählte, erbarmte sich eine Mitarbeiterin und versprach, sich zu erkundigen und mich anzurufen. Tatsächlich teilte sie mir telefonisch mit, dass der Automat erst am Dienstag der folgenden Woche wieder in Ordnung sei. Da mir dieses Datum zu spät war, rief ich wieder die Servicenummer an und fragte nach dem nächsten funktionierenden Automaten. Prompt wollte man mich genau in die Filiale schicken, von der ich wenige Minuten vorher erfahren hatte, dass dort der Automat nicht geht. Soll ich jetzt lachen oder weinen?

Hans Riemann (45), Angestellter aus München

Als wir Hans Riemann anriefen, einigten wir uns weder auf lachen noch auf weinen, sondern auf ärgern. Leider war der Pressesprecher der Postbank, Tim Rehkopf, das erste Opfer dieses Ärgers. Als wir ihm die Sache schilderten, entschuldigte er sich und setzte alle Hebel in Bewegung, um die Angelegenheit zu klären. Außerdem veranlasste er, dass Hans Riemann eine finanzielle Entschädigung für seinen Aufwand bekommt.

Der Pressesprecher legte aber auch Wert auf folgende Feststellungen:

1. Nicht die Postbank, sondern eine Fremdfirma wartet die Automaten.

2. Das Callcenter, das Hans Riemann angerufen hatte, weiß nicht in Echtzeit, welcher Automat geht und welcher nicht. Es ist auf Informationen von Mitarbeitern angewiesen.

Tim Rehkopf betonte außerdem, dass der nächste Postbank-Automat im Internet mit drei Klicks zu finden sei.

tz

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