Mann riecht gerne an Bubenfüßen: Strafe

München - Fabian L. (Name geändert) hat eine merkwürdige Vorliebe: Er riecht gerne an verschwitzten Kinderfüßen. Dieser abnorme Hang hat dem 42 Jahre alten Handelsfachpacker jetzt eine Vorstrafe eingebracht.

Wegen Nötigung und Körperverletzung muss er eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à fünf Euro zahlen.

Wie berichtet, hatte Fabian L. mehrmals auf Fußballplätzen zehn- bis zwölfjährige Buben angesprochen und sie darum gebeten, ihm ihre Schuhe zu zeigen. Sofern die Kinder seinen Wunsch nicht freiwillig erfüllten, zog er ihnen die Treter gewaltsam aus. Dann schnappte er sich die Füße der Buben und schnüffelte daran. Bei einem der Kinder ging er so heftig vor, dass es hinfiel und schmerzhaft auf dem Hosenboden landete.

Die Staatsanwältin hatte dafür eine eineinhalbjährige Bewährungsstrafe gefordert. Sie bewertete das Vorgehen des Angeklagten als sexuellen Missbrauch von Kindern. Einer der Buben, erklärte die Staatsanwältin, habe eindeutig gesehen, dass Fabian L. während des Riechens erregt gewesen sei.

Dies bestritt Fabian L. vehement. Es sei ihm nur um die „Gaudi“ gegangen. „Manche Leute finden das lustig“, sagte er. Erst später habe er begriffen, dass er den Kindern Angst eingejagt habe. „Das wollte ich echt nicht, das tut mir leid.“

Spaßig fand Richter Andreas Forstner das Vorgehen des Angeklagten zwar nicht. Eine sexuelle Komponente jedoch vermochte er – anders als die Staatsanwaltschaft – nicht erkennen. Selbst wenn der Angeklagte sich subjektiv erregt gefühlt habe, mangle es am objektiven Erscheinungsbild. „Beim Riechen an einem Fuß oder Schuh kann ich beim besten Willen keine sexuelle Handlung sehen“, sagte Forstner.

Wenn die objektive Grundlage fehle, dann spiele die subjektive Motivation des Angeklagten keine Rolle mehr. Deshalb sehe er den Missbrauch nicht, sondern nur Nötigung und Körperverletzung. Dafür sei eine Geldstrafe ausreichend.

bl

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