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Frau schildert vor Gericht, wie sie dem Killer entkam

„Mein Mann wollte mich ermorden lassen“

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Noemi A. (31) auf dem Weg zur Zeugenvernehmung vor dem Schwurgericht

München - Sie sollte sterben. Die 31-jährige Noemi A. sah dem Killer, den ihr Ex-Ehemann Norbert A. (32) für 50.000 Euro Blutgeld auf den Hals gehetzt hatte, in die Augen.

Vor dem Schwurgericht schilderte die Steuerangestellte am Donnerstag als Zeugin die schrecklichsten Minuten ihres Lebens. Wie sie mit dem Mut der Verzweiflung dem Täter Konrad N. (26) entkam.

Norbert A. hat am ersten Prozesstag gestanden, dass er seine Ex-Frau ermorden lassen wollte

Ihrem früheren Ehemann, der wegen versuchter Anstiftung zum Mord auf der Anklagebank sitzt, gönnte sie vor Gericht einen flüchtigen Blick. Sie weiß heute, dass er auf ihren Namen Risiko-Lebensversicherungen über 770 000 Euro abgeschlossen hatte. Um diese Summe wäre er heute reicher (abzüglich Killer-Lohn), wäre sein teuflischer Plan erfolgreich gewesen.

„Ich kam sehr müde von der Berufsschule nach Hause“, erinnert sich die Zeugin an jenen 4. November 2002, der ihr Leben jäh verändert hatte. Sie wollte die Wohnungstür im 7. Stock in Perlach gerade aufsperren. „In dem Moment kam ein junger Mann mit einem Paket.“ Dieses, so der angebliche Postbote, sei für ihren Lebensgefährten Heinz B. bestimmt gewesen. „Der Karton war sehr leicht, ich dachte an einen Streich.“ Sind vielleicht Mäuse drin? „Ich habe das Paket geschüttelt. Es war leer. Da habe ich Angst bekommen. Ich habe nur noch geschaut, wie ich flüchten kann.“

Der Mann habe nervös in seine Jackentasche gegriffen. Da wollte sie losrennen. Doch ehe sie sich an ihm vorbeidrängen konnte, packte er sie. „Er hat mir den Mund zugehalten. Ich habe ihn weggeschubst.“ Sie wollte die Treppen hoch zu Bekannten. „Er hat meine Jacke geschnappt und versuchte mich zurückzureißen. Ich habe geschrien.“

Mit letzter Kraft konnte sie sich befreien und bei ihren Nachbarn klingeln. Der Täter ergriff die Flucht. Erst später erfuhr Noemi A. , dass der Killer Konrad N. ein Kabel bei sich hatte, um sie zu erdrosseln. Sollte das nicht funktionieren, wollte er sie erstechen.

Im Dezember 2003 sah sie Konrad N. vor der Jugendkammer des Landgerichts wieder. Der packte damals aus, berichtete von drei bereits fehlgeschlagenen Mordversuchen. Und er nannte seinen Auftraggeber: Norbert A.!

Konrad N. kam mit dreieinhalb Jahren Jugendstrafe davon, ist inzwischen wieder ein freier Mann. Diesen Freitag muss er in den Zeugenstand gegen Norbert A. treten. Norbert A. war damals nach Ungarn geflüchtet und hatte dort einen Mord begangen. Er wurde ausgeliefert, sitzt in Bayreuth seine Strafhaft ab. Nun droht ihm die Sicherungsverwahrung.

Noemi A. leidet bis heute psychisch an den Folgen der Tat. „Ich habe ihn aus Liebe geheiratet“, sagt sie. Abgewandt habe sie sich von ihm wegen seiner aggressiven Art. Dass ihr Ex-Mann sie für viel Geld töten lassen wollte, tut ihr weh: „Das war ein Schock.“

Eberhard Unfried

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