Der Kochprofi von der Au

Münchner brutzelt am RTL2-Herd

+
Andreas Schweiger

München - Er habe sich am Anfang immer ein bisschen geschämt, wenn die Leute ihn gefragt hätten: „Und was machst Du von Beruf? Koch, Schnitzel und so?“, sagt Andreas Schweiger.

„Das Verständnis, dass es da riesige Unterschiede gibt, war früher nicht so groß. Das wurde dann im Fernsehen ziemlich breitgetreten, dass das eigentlich ganz coole Typen sind, die ziemlich kreativ sind – dass das eigentlich mehr Künstler sind. Das einzige, was ich an Jamie Oliver gut finde: Er hat das verschwitze, kräftige Bild vom Koch geändert. Der Beruf Koch hat heute einen anderen Stellenwert.“

Andreas Schweiger lebt in München und gehört zu den vier Kochprofis bei RTL2, die ab heute in neuer Besetzung den Zuschauern beim Zubereiten von Gerichten helfen. Wegen Unstimmigkeiten zur künftigen Entwicklung der Kochshow Die Kochprofis – Einsatz am Herd hatte die alte Crew RTL2 verlassen und wechselte geschlossen –bis auf eine Ausnahme – zum Konkurrenten Vox.

Der 33-Jährige wusste schon ganz früh, dass er Koch werden will, sagt Schweiger im tz-Interview. „Vielleicht, weil ich immer bei meiner Oma in der Küche saß.“ Er arbeitete in London, später in München verdiente sich der leidenschaftliche Motorradfahrer im Mandarin Oriental seine Sporen, bei dem heutigen Koch der Fußball-Nationalmannschaft Holger Stromberg. 2006 erfüllte sich Schweiger seinen großen Traum und eröffnet ein eigenes Restaurant Schweiger2 in der Lilienstraße 6 in der Au.

Das Besondere an seinem Lokal: „Es geht alles sehr persönlich zu und es gibt keine feste Karte.“ Andreas bespricht mit jedem Gast das individuelle Menü, das von vier bis neun Gängen reichen kann. Die Gerichte sind persönlich abgestimmte Eigenkreationen, die er jeden Abend zuvor mit seinem Team abspricht. Auf frische Produkte legt Schweiger größten Wert: „Der Gast schmeckt, ob der Salat frisch gestochen ist oder eingelagert wurde.“ Sein Glück: Von den Schwiegereltern kann er täglich frisches Gemüse aus dem eigenen Anbau beziehen. Die größte Sünde für ihn im Essen: „Glutamat.“

Tina Layes

Nicht immer glutamatfrei: Die beliebtesten Kantinengerichte

Strecke

Auch interessant

Kommentare