Private sollen Linien übernehmen

MVG-Busse: 113 Stellen gestrichen!

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Immer mehr MVG-Linien werden von Privatfirmen betreut. Deren Fahrer verdienen weniger als bei der MVG

München - Unruhe bei den rund 600 Busfahrern der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG.

113 Angestellte des städtischen Betriebs, die befristete Verträgen haben, werden nicht weiter beschäftigt. Rund 75 von ihnen kamen jetzt bei der U-Bahn und der Tram unter, die restlichen sollen sich jetzt einen schlechter bezahlten Job bei den privatrechtlich organisierten Münchner Linien suchen, die im Auftrag der MVG fahren, aber nicht nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Nahverkehr (TVN) bezahlt werden.

Hintergrund ist der neue Tarifvertrag, mit dem die Nahverkehrs-Beschäftigten in Bayern 3,1 Prozent mehr Lohn erstreikt hatten. MVG-Chef Herbert König kündigte gleich danach einen Einstellungsstopp an.

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MVG-Sprecher Christian Miehling erklärt: „Mit dem zwischen den Gewerkschaften und dem kommunalen Arbeitgeberverband ausgehandelten Tarifvertrag TVN sollte vor einigen Jahren erreicht werden, dass kommunale Unternehmen neue Fahrer zu ähnlichen Bedingungen und damit zu gleichen Kosten wie die privaten Unternehmen einstellen können.“ Danach habe man die über 100 Busfahrer befristet eingestellt.

Miehling: „Mit dem jüngsten Tarifabschluss wurde jedoch leider der Ursprungszustand insofern wieder hergestellt, als Neueinstellungen beim kommunalen Unternehmen nun wieder deutlich teurer wären als bei den privaten Partnern.“ Weil man den Fahrgästen keine höheren Preis zumuten wolle, übernähmen jetzt die Privaten mehr Buslinien. Die Gewerkschaft GdL fürchtet, dass langfristig der gesamte Fahrdienst der MVG ausgelagert wird, um Kosten zu sparen. Laut MVG ist das nicht geplant, weil es bei Tram und U-Bahn keine privaten Konkurrenten gebe…

Johannes Welte

Eine Reise durch Münchens Untergrund

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