Niedermair & Reich zieht nach Insolvenz-Serie bei der Konkurrenz die Notbremse

Auto-Krise: Händler macht zu

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Das Autohaus Niedermair & Reich in der Landsberger Straße macht zu

München - Die Krise auf dem Automarkt fordert ihr nächstes Opfer: Nachdem die Münchner Autohäuser Buchner & Linse, Auto-König und Kroymans Insolvenz anmelden mussten, zieht man bei Niedermair & Reich die Notbremse.

Der Münchner Ford-Händler mit 150 Mitarbeitern in den Filialen Landsberger Straße und Ingolstädter Straße wird bis Oktober geschlossen.

„Ich sehe mich zu dem Schritt gezwungen, weil eine wirtschaftliche Weiterführung nicht mehr vertretbar ist“, erklärt Dr. Anton Reich (56), geschäftsführender Gesellschafter und Sohn des Unternehmensgründers, wieso das seit 64 Jahren bestehende Unternehmen jetzt „abgewickelt“, also geschlossen wird. „Unsere Firma befand sich in einem ruinösen Wettbewerb mit anderen kleineren Ford-Händlern in der Stadt, der auf Kosten unserer Margen ging.“

Die Wirtschaftskrise in 17 Bildern

Strecke

Vor allem die Pachtkosten für die Grundstücke der Autohäuser hätten zu stark auf die Bilanzen geschlagen. Reich: „Vom Wettbewerb haben nur die Kunden und der Hersteller profitiert, wir nicht.“ Unter den 150 Angestellten, die jetzt ihre Jobs verlieren, sind 40 Azubis.

Auch die Abwrackprämie hätte keine Wende gebracht. Reich: „Der Branche geht es schon lange schlecht, die Abwrackprämie ist nur Kosmetik.“ Eineinhalb Jahre lang habe man gekämpft, um eine Lösung zu erreichen zur Rettung der Autohäuser. Doch auch Übernahmegespräche mit anderen Händlern hätten keinen Erfolg gebracht. Reich: „Im Wege des Liquidationsverkaufs werden wir innerhalb von drei Monaten das Unternehmen abwickeln.“

Mit der Liquidation will Reich das Schicksal anderer Münchner Autohäuser vermeiden, die heuer schon Insolvenz anmelden mussten. So meldete Ende Februar der Autohändler Buchner & Linse mit 200 Beschäftigten Insolvenz an. Das Fürstenfeldbrucker Autohaus von Buchner & Linse wurde an einen Dachauer Händler verkauft, die beiden BMW-Häuser übernimmt BMW selbst. Unklar ist, was aus der Renault-Abteilung von Buchner & Linse wird. Auch der Luxus-Karossen-Händler Auto-König mit seinen 70 Angestellten musste Anfang Juni Insolvenz anmelden, bis auf weiteres läuft der Betrieb läuft weiter. Ebenfalls insolvent ist der Autohaus-Multi Kroymans, der in München vier Autohäuser mit 150 Mitarbeitern unterhält. Auch dort geht der Betrieb weiter.

J. Welte

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