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Oberpollinger: Wird das Kaufhaus verkauft?

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Der Essener Arcandor-Konzern, zu dem die Traditionsmarken Karstadt und Quelle gehören, befindet sich nach den Worten des neuen Vorstandsvorsitzenden Karl-Gerhard Eick “in einer schweren Lage“.
Der Essener Arcandor-Konzern, zu dem die Traditionsmarken Karstadt und Quelle gehören, befindet sich nach den Worten des neuen Vorstandsvorsitzenden Karl-Gerhard Eick “in einer schweren Lage“. © dpa

Das Kaufhaus Oberpollinger in München steht nach Worten des Vorstandsvorsitzenden Karl-Gerhard Eick zur Disposition.

Der Essener Arcandor-Konzern, zu dem die Traditionsmarken Karstadt und Quelle gehören, befindet sich nach den Worten des neuen Vorstandsvorsitzenden Karl-Gerhard Eick “in einer schweren Lage“. “Bild am Sonntag“ sagte Eick: “Es geht nicht nur um die bisherigen Kredite, wir brauchen auch zusätzliche Finanzmittel.“

Eick weiter: “Ich werde heute (Sonntag) den Aufsichtsrat im Detail über unser Konsolidierungsprogramm unterrichten. Sobald es abgeschlossen ist, werden wir es der Öffentlichkeit vorlegen, denn wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Eick schilderte die Grundzüge seines Sanierungsprogramms. “Gerade bei Quelle und Karstadt müssen wir prüfen, wo wir Geld verdienen und wo nicht. In Einzelfällen werden wir Standorte abgeben, zum Beispiel für eine Center-Entwicklung. Strategisch machen wir uns Gedanken darüber, welche Kunden wir mit welchem Sortiment ansprechen wollen.“

Er machte deutlich, dass auch die Häuser der Premiumgruppe - das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg und der Oberpollinger in München - zur Disposition stehen.

“Unser Konzept zielt auf die profilierte Mitte der Gesellschaft. In dem Zusammenhang ist natürlich zu entscheiden, wie die Premiumhäuser in Berlin, Hamburg und München zur neuen Struktur passen.“

Eine Bestandsgarantie für die 52 000 Arbeitsplätze von Karstadt und Quelle wollte Eick nicht abgeben. “Ich kann auch nicht ausschließen, dass wir Mitarbeiter verlieren werden - so wenig wie möglich.“

Die Schwierigkeiten von Arcandor führte er auf folgende Kernprobleme zurück: “Mitte Juni müssen Kredite in Höhe von 650 Millionen Euro refinanziert werden. Wir müssen die Kernprobleme des Unternehmens angehen: die mangelnde Profitabilität und den negativen Cash-Flow. Zu Deutsch: Es kommt weniger Geld rein, als rausgeht.“

Ferner räumte Eick ein, dass Arcandor auf staatliche Hilfe angewiesen sein könnte. “Arcandor befindet sich in einer Dreifach- Krise: Wir haben Probleme aus der Vergangenheit - über die habe ich gesprochen -, wir haben die Wirtschaftskrise, die auf die Umsätze drückt, und wir haben die Finanzkrise, die die Begeisterung aller Kapitalgeber für zusätzliche Engagements dämpft. Deshalb wäre es fahrlässig, für unseren Konzern Unterstützung durch die öffentliche Hand von vorneweg auszuschließen.“ 

dpa

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