Zug beginnt bei Tempo 100 zu schaukeln – Zwei Verletzte

Panik im ICE

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Der ICE geriet auf der Strecke von München nach Nürnberg in Schieflage. (Symbolfoto)

München - Mächtig schaukelnde Waggons und durch die Luft fliegende Gepäckstücke: Eine Horrorfahrt im Zug haben hunderte ICE -Reisende auf der Strecke München-Nürnberg erlebt.

Zwei Personen wurden verletzt. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Ingolstadt wegen fahrlässiger Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, hat sich der Zwischenfall bereits am 9.  Juli ereignet. Es ist 11.55 Uhr als der ICE 628 den Münchner Hauptbahnhof pünktlich verlässt. Am Bahnhof Reichertshausen (Landkreis Pfaffenhofen) wechselt der Zug das Gleis, um einen Güterzug zu überholen. Da passiert’s: Bei Tempo 100, so berichteten Reisende, rast der Zug über eine Weiche und beginnt gefährlich zu schaukeln. So stark, das in den hinteren Waggons Koffer und Taschen umeinanderwirbeln, ein Passagier wird verletzt, Panik bricht aus. Im Speisewagen geht der Kellner zu Boden und bleibt bewusstlos liegen!

Im Bahnhof Pfaffenhofen, in dem der ICE schließlich außerplanmäßig hält, ist die Schreckenstour zunächst zu Ende. Der Notarzt versorgt die Verletzten. Der Kellner hat Glück gehabt, er kommt mit Rippenprellungen davon. Viele Reisende verlassen den Zug. Eine Gruppe von Mädchen hat nur noch geweint, berichtet ein Mitreisender. Schließlich wird die Fahrt fortgesetzt. Mit einer Stunde Verspätung trifft der ICE schließlich in Nürnberg ein.

War der Zug kurzzeitig entgleist? Lagen Gegenstände auf den Schienen? Bei der Deutschen Bahn will man den Vorfall nicht kommentieren. Man verweist auf die laufenden Ermittlungen. Rainer Schlemmer , Sprecher der Nürnberger Bahnpolizei, schließt einen Defekt des ICE s aus. Dies habe eine Überprüfung ergeben. Auch die Gleisanlagen waren ganz offensichtlich in Ordnung. Man hoffe jetzt, so Schlemmer, dass ein Gutachten des Eisenbahnbundesamtes Aufklärung bringt. Dafür wird man die Fahrdaten des ICE rekonstruieren und auswerten. In drei Wochen soll das Ergebnis vorliegen.

WdP

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