Philharmonie: Streit immer hitziger

Christian Thielemann (rechts) bei der Unterzeichnung seines Vertrags als Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker im Jahr 2003. Neben ihm: Oberbürgermeister Christian Ude.

München - Wenn für jede Silbe, die bisher im Hin und Her um die Zukunft der Philharmonie gefallen ist, ein Euro fällig wäre – dann hätten wir in München schon längst einen neuen, wunderbaren Konzertsaal.

Einen Konzertsaal nämlich , der dem Top-Orchester BR-Symphoniker zusteht. Doch zumindest ist weiterhin Feuer in der Diskussion. Nachdem OB Ude am vergangenen Freitag mit dem Vorschlag aufwartete, die Philharmonie zwischen Philharmonikern und BR-Symphonikern gerecht „aufzuteilen“ und zu einer schnellen Lösung zu finden, meldeten sich jetzt die Gegner dieser Pläne massiv zu Wort: der Bayerische Rundfunk.

Dessen Sprecher Christian Nitsche betonte, dass eine volle Doppelbespielung der Philharmonie durch zwei Sinfonieorchester gar nicht möglich sei, was zwei Gutachten bestätigt hätten. „Bei einer solchen Gestaltung stünde der Saal de facto außerdem nicht mehr für die privaten Konzertveranstalter zur Verfügung“, so Nitsche.

Auch die Rathaus-Opposition kritisiert Ude ob seines neuen Vorstoßes heftig. „Die Ablehnung eines neuen Konzertsaals durch OB Ude ist destruktiv für die Musikstadt München“, wettert FDP-Fraktionschef Michael Mattar. „Parteipolitische Profilierung scheint OB Ude wichtiger als die Interessen der Bürger dieser Stadt.“

Stadtrat Richard Quaas (CSU) vermutet, dass sich Ude „nur Luft in einer Debatte verschaffen“ wolle, „die ohne ihn – welch Sakrileg! – läuft und aktuell rasant an Fahrt gewonnen hat“.

Der Noch-Chefdirigent der Philharmoniker, Christian Thielemann, hält eine Doppelbesetzung des Saals „mit gutem Willen“ für möglich – falls beide Orchester „von ihrem hohen Ross“ herunterkämen. Er ist für eine „Totaloperation“ des Saales.

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