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Polizei lässt Kaffeefahrt platzen

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Senioren  Kaffeefahrt Abzocke
Senioren auf Kaffeefahrt. Riecht oft nach Abzocke. © dpa

An manchen Orten haben es Senioren-Abzocker etwas schwerer. Zum Beispiel in Oberschleißheim. Dort stoppten Beamte der örtlichen Inspektion 48 Mittwoch früh eine Kaffeefahrt zum Irschenberg und bewahrten damit 25 arglose Senioren vor unverschämtem Nepp.

Vorangegangen war kürzlich der Besuch einer politisch engangierten Bürgerin (50), die sich bei ihrer Polizei über die Präventions-Arbeit informierte.

Diese Dame wurde stutzig, als sie kürzlich eine dubiose Gewinnmitteilung („Sie haben 1568 Euro gewonnen!“) nebst Einladung zur Kaffeefahrt an den Irschenberg („Auf Sie warten Geschenke im Wert von 78 Euro.“) im Briefkasten fand. Vorsichtshalber faxte sie alles der Polizei.

So kam es, dass Mittwoch früh um 8.30 Uhr auf dem Garchinger Rathausplatz mit fünf erwartungsvollen Senioren auch drei Polizisten in den Sammelbus aus dem Oberland (Ebersberg, Kirchheim, Ismaning) stiegen.

Ihr Vortrag war nur kurz, der Bus fuhr gar nicht mehr ab: „Wir haben keine fünf Minuten gebraucht, da sind die Garchinger wieder ausgestiegen. Und auch die anderen 20 wollten heim,“ schmunzelte einer der Beamten.

Was man nie zu Polizisten sagen sollte

Strecke

Selbst der Busfahrer war überzeugt und fuhr seine Gäste zurück in ihre Heimatgemeinden. Die Oberschleißheimer Polizei hat damit bereits die zweite Kaffeefahrt und vorher schon zwei Verkaufsveranstaltungen in einem Hotel gestoppt.

In einem Fall wurden sogar 14 000 Euro beschlagnahmt. Vize-Polizeichef Thomas Köglmeier kennt die Tricks der perfekt geschulten, schamlosen „Moderatoren“: „Wir haben mal einen bestens vorbereiteten Zeugen bei solch einer Veranstaltung eingeschleust. Den haben diese Moderatoren drei Stunden lang derart bearbeitet, dass er am Ende beinahe auch noch unterschrieben hätte.“

Dorita Plange

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