Polizei macht Jagd auf Taschendiebe

München - Ganz schlechte Zeiten für Taschendiebe und -räuber: Vier Mal erwischten Polizisten am Wochenende unverschämte Zeitgenossen, die es auf Handtaschen und Geldbörsen abgesehen hatten.

In einem Fall erkannten die Taschendiebfahnder auf offener Straße einen Mann wieder, der bereits kurz vor Weihnachten einen Mann beklaut hatte.

Fall 1: Am Frauenplatz, direkt am Polizeipräsidium, stellte eine Münchnerin (66) am Freitag um 15 Uhr ihre Handtasche auf einen stummen Zeitungsverkäufer, um sich eine Zeitung zu kaufen. Plötzlich stand ein Mann hinter ihr, schnappte sich die ­Tasche und rannte los. Im ­Färbergraben stellte ein Passant (25) dem Räuber ein Bein. Eine Polizeistreife war zufällig in der Nähe. So landete der wohnsitz­lose, hinreichend polizeibekannte Landwirt (52) direkt in U-Haft.

Fall 2: Vor den Augen der Taschendiebfahnder entsorgte ein Iraker (25) am Samstag kurz vor Mitternacht am Sendlinger Tor eine Tasche im Abfalleimer. Die hatte er kurz zuvor im Szenelokal „Bar Rendezvous“ einem Mann gestohlen. Auch dieser Täter ein alter Bekannter – Festnahme!

Fall 3: Vor laufender Kamera stahl ein Obdachloser (48) am 27. Februar nachts im U-Bahnhof Hasenbergl einer Buchhalterin (42) die Geldbörse mit 500 Euro aus der Handtasche. Taschendiebfahnder erkannten ihn nun und nahmen ihn fest.

Fall 4: Am 21. Dezember wurde einem Polen (57) beim Herrenausstatter Eckerle (Theatinerstraße) die Geldbörse mit 900 Euro aus dem Sakko gestohlen. Die Videoüberwachung filmte den Täter beim Verlassen der Umkleidekabine. Nun erkannten Taschendiebfahnder den Bosnier (60) zufällig am Hauptbahnhof wieder. Auch er sitzt in Haft.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Die meisten Opfer von Taschendiebstählen haben es – im Nachhinein betrachtet – den Tätern viel zu leicht gemacht. Fünf klassiche Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten:

- Eine offene Handtasche verschafft Dieben die perfekte Zugriffs-Chance. Taschen sollte stets fest verschlossen mit den Verschlüssen zum Körper getragen werden.

- Wer seine Tasche auch nur für Sekunden aus den Augen lässt, spricht geradezu eine Einladung aus. Achtlos beiseite gestellt im Schuhgeschäft, abgelegt in Einkaufs- oder Fahrradkörbchen oder gar lose über die Stuhllehne im Lokal gehängt ist das gute Stück samt Inhalt schnell verschwunden.

- In allen Gedränge-Situationen (U-Bahn, Rolltreppe, Warenhaus) droht grundsätzlich Diebstahls-Gefahr – vor allem aus Umhängetaschen, die oft seitlich oder auf dem Rücken getragen werden.

- Rucksäcke sind extrem klaugefährdet. Packen sie Ihre Wertsachen wie Handy und Geldbörse niemals in die Außentaschen – auch wenn’s noch so praktisch ist.

- Männer tragen ihre Geldbörsen gern in den hinteren Hosentaschen. Ein Umstand, den Diebe speziell in Touristenansammlungen zu nutzen wissen. Wer fasziniert zum Glockenspiel, Riesenrad oder den Frauen-Türmen empor schaut, entspannt automatisch die Muskulatur des Gesäßes – und merkt kaum, wenn die Geldbörse herausgezogen wird.  

Von Dorita Plange

Rubriklistenbild: © dpa

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