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Eltern streikmüde: „Uns reicht’s jetzt!“

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München - Am Donnerstag haben auf dem Marienplatz viele Mütter und Väter gegen die Kita-Streiks demonstriert. Was die betroffenen Eltern sagen, lesen Sie hier und sehen Sie im Video.

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Kita-Streik und kein Ende. Nur Notbetreuung in den Kindergärten und geschlossene Krippen. Fast jeden Freitag und diesmal auch donnerstags.

Bei den vom Erzieherstreik betroffenen Eltern ist endgültig eine Schmerzgrenze erreicht. „Jetzt reicht’s“ – das erklärten amDonnerstag Münchner Mütter und Väter bei einer Kundgebung am Marienplatz. Die Münchner Eltern betonten grundsätzlich ihre Solidarität mit den Streikenden und kritisierten das Notfallmanagement der Stadt. Zur Kundgebung hatte der gemeinsame Elternbeirat der städtischen Kinderkrippen München aufgerufen.

„Verhandlung statt Streik“ hatten die Eltern auf ihre Transparente geschrieben. In der Mittagshitze warteten sie vor dem Neuen Rathaus auf den großen Demo-Zug von ver.di. Viele hatten ihre Kinder mitgebracht – auf Bobbycars, in Kinderwägen und Fahrrädern. „In unserem Kindergarten hieß es erst, dass wir eine Notbetreuung bekommen, gestern wurde sie aber einfach abgesagt“, klagt eine allein erziehende Mutter aus der Blumenau ihr Leid. „Der Streiks wird auf unserem Rücken ausgetragen“, kritisieren die Eltern. Der Streik, der sich über Monate hinwegzieht, sei blödsinnig, sagt eine Saxophonistin. „Eine Woche am Stück, das wär doch viel besser gewesen“.

Die rund Tausend Streikenden begrüßten Gastredner Michael Schleusner vom Krippen-Beirat mit lautstarkem Applaus. Er nannte die schleppenden Tarifverhandlungen „blanker Hohn“, prangerte die mangelhafte Hilfemaßnahmen der Stadt an Streiktagen an. Im Rathaus übergaben die Eltern eine Unterschriftenliste mit ihren Forderungen an Bürgermeisterin Christine Strobl, die ihnen zufällig in die Arme lief. Übrigens: Von Seiten der Stadt macht man den Eltern keine Hoffnung auf eine Gebührenrückerstattung. „Wer Geld fordert, sollte nicht vergessen, dass die Stadt 87 Prozent der Betreuungskosten übernimmt“, heißt es.

Albert Meisl

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