Rundfunkgebühr kann bis 2012 stabil bleiben

Prüfer: BR soll Orchester ausgliedern

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Wird aus den Rundfunkgebühren bezahlt: Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

München - Eine Empfehlung des Bayerischen Obersten Rechnungshofs (ORH) für den Bayerischen Rundfunk (BR) sorgt für großes Aufsehen.

Die unabhängigen Rechnungsprüfer haben das Finanzgebaren des öffentlich-rechtlichen Senders in den Jahren 2005 bis 2008 unter die Lupe genommen und raten BR -Intendant Thomas Gruber, die beiden Orchester und den Chor des Bayerischen Rundfunks (BR) mittelfristig „organisatorisch und wirtschaftlich“ aus der Anstalt auszugliedern.

Im Interesse der Kostentransparenz und Leistungsverrechnung sei eine Ausgliederung der Klangkörper empfehlenswert, heißt es in einem Sonderbericht zur finanziellen Situation des BR , der am Mittwoch vorgelegt wurde. Laut ORH hätten sich die beiden Orchester und der Chor von ihrem ursprünglichen Auftrag, Sendungen für die BR-Programme zu erstellen, immer mehr entfernt.

Der Rechnungshof fordert, die drei Ensembles müssten wieder stärker in die programmliche Gestaltung eingebunden werden. „Es ist nicht Aufgabe des BR, einen zunehmend als unabhängiges Konzertorchester fungierenden Klangkörper aus den öffentlich- rechtlichen Rundfunkgebühren zu finanzieren“, heißt es. Laut ORH entfallen fünf Prozent des BR-Gesamtetats auf das BR -Symphonieorchester, das Münchner Rundfunkorchester und den Chor – knapp 43 Millionen Euro wendet der Sender pro Jahr dafür auf. Wenn eines der Orchester im BR -Hörfunk aufspielt, so kostet das dem Sender mehr als 1000 Euro pro Minute. Durchschnittlich wird die Sendeminute im BR -Hörfunk mit 64 Euro veranschlagt.

Auf die Idee des ORH, speziell das Symphonieorchester zu verselbstständigen, ist der Sender offenbar schon selbst gekommen. der BR habe Ähnliches bereits mit Hilfe externer Berater geprüft, habe aber Abstand davon genommen, heißt es in dem Bericht. Grund: Man habe eine „problematische Außenwirkung“ befürchtet.

ORH-Präsident Heinz Fischer-Heidlberger forderte den BR insgesamt zu einem weiter strikten Sparkurs auf: „Sparen und strikte Ausgabendisziplin bleiben angesagt“. Laut ORH erzielte der BR im Zeitraum 2005 bis 2008 durch die Gebühreneinnahmen einen Überschuss von 79 Millionen Euro, wodurch sich die Reserven des Senders auf 300 Millionen Euro erhöht hätten. Das sollte genügen, um mit der derzeitigen Höhe der Rundfunkgebühr von 17,98 Euro pro Monat bis 2012 ohne Programmeinschnitte bis 2012 auszukommen. Der Bayerische Rundfunk erklärte, dass es bei den Orchestern und beim Chor nicht nur ums Geld gehe. Man dürfe nicht nur rein ökonomische Überlegungen anstellen. „Wir haben mit unseren Klangkörpern Schätze, um deren Wert wir sehr genau wissen. Ein Orchester von Weltruf stellt man nicht leichtfertig zur Disposition. Damit geht man sehr sorgsam um“, sagte BR-Intendant Thomas Gruber.

tz

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