Kaufrausch aus dem Morgenland

tz-Report: Immer mehr Araber kommen nach München und shoppen

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Mittlerweile ein gewohntes Teil des Straßenbilds: Araber in München.

München - Arabische Touristen sind in München zu einem echten Wirtschaftsfaktor geworden. Der tz-Report beleuchtet, wie viel sie hier ausgeben, wie lange sie bleiben und wie oft sie wiederkommen.

Ein Araber kommt in den Laden: „Ich möchte vier Frauen-Parfüms kaufen!“ Für jede seiner Damen ein anderes. Der Grund: „Ich möchte jeder Frau sagen, dass sie am schönsten riecht!“ Kaufrausch aus dem Morgenland! Die Anekdote erzählt der Geschäftsführer von Galeria Kaufhof am Marienplatz, Eduard Schöwe. Nicht nur für ihn sind die arabischen Touristen ein enormer Wirtschaftsfaktor geworden – das belegen neue Zahlen des Handelsverband Bayerns. Der große tz-Report!

Aufenthaltsdauer: Im Durchschnitt bleiben arabische Touristen 12,5 Tage in München. 2012, als die letzten Zahlen erhoben wurden, waren es nur neun. Interessant auch: Über 40 Prozent waren schon dreimal oder öfter hier! 82,9 Prozent sind zum Urlaub da, 17 Prozent für medizinische Behandlungen. „München hat eine gute Touristenbindung. Die Geschäfte und die Stadt haben im Vergleich zu 2012 ihre Hausaufgaben gemacht“, sagt Sebastian Deppe von der BBE Handelsberatung.

Shopping-Ausgaben: Der wichtigste Punkt für die Händler. „Araber sind die drittgrößte Gruppe von München-Besuchern“, sagt der Präsident des Handelsverbands Ernst Läuger. Im Durchschnitt geben sie 367 Euro am Tag fürs Einkaufen aus. 2012 waren es nur 274 Euro. Ein sattes Plus von 34 Prozent!

Lieblingseinkaufsstraßen: Die Maximilianstraße war gestern. Viel beliebter ist mittlerweile die Fußgängerzone! Fast 98 Prozent besuchen die Fußgängerzone zum Einkaufen. Die Maximilianstraße hat dafür eingebüßt. Nur noch 43,8 Prozent zieht es auf die Luxusmeile.

Produkte: Knapp 70 Prozent kaufen in der mittleren Preisklasse ein, 16,2 Prozent bevorzugen Luxus. Gefragt sind vor allem Kleidung, Drogerieartikel und Schuhe – aber auch Dirndl! „Die feiern auch bei sich Oktoberfest!“, sagt Schöwe. Beliebt sind auch Süßigkeiten als Mitbringsel. Aber Vorsicht! „Nur ohne Alkohol. Da kann ein Geschenk Freundschaften zerstören!“, warnt Schöwe. Sonst ist der Kaufrausch aus dem Morgenland schnell vorbei.

F. Fussek, G. Barrios

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