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Riesen-Sause im Richard-Strauss-Tunnel

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Bis früh um 5 Uhr wurde im neuen Tunnel unter der Richard-Strauss-Straße abgerockt. © Goetzfried

Helmut Fischer sitzt als Monaco Franze auf einer Wiese im Englischen Garten, links und rechts neben ihm zwei schöne Frauen. Besucher der 089-Bar am Maximiliansplatz kennen das Bild, es hängt dort riesengroß über der Bar.

Am Wochenende durfte der Monaco umziehen. In Münchens größte Party-Area, gut 300 Meter lang und zwanzig Meter breit. Wenige Tage, bevor die Autos dort Richtung Süden rauschen, wurde die östliche Spur des neuen Richard-Strauss-Tunnels zur Feten-Meile deklariert – mit durchschlagendem Erfolg. Bereits um 21 Uhr warteten einige hundert Partygänger an der Einfahrt zur Unterführung des Mittleren Rings, rein kam aufgrund des Andrangs erst mal nur, wer über das Internet reserviert hatte. Erst später, als die „Early Birds“, die frühen Vögel, die ausgefallene Location schon verlassen hatten, wurde auch die Abendkasse geöffnet.

Unter ihnen wummerten derweil die Bässe, XXL-Disco-Kugeln reflektierten das Licht der bunten Schweinwerfer, und zwischen den Bars und Lounges verschiedener Nachtclubs tanzten die Nachtschwärmer auf dem frisch verlegten Asphalt. Sogar einen transportablen Swimmingpool mit Bademeister hatten die Veranstalter aufgebaut - aufgrund der verhaltenen Temperaturen wurde der aber kaum genutzt. „Sooo geil“, jubelte ein Mädel am Tresen der angesagten Milchbar ihrer Freundin zu, „nächste Woche fahre ich hier jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit durch“.

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Das Einmalige der Party machte auch ihren Reiz aus, denn dass hier bald mal wieder eine Party steigt, „das dürfte so unwahrscheinlich sein wie die Freigabe des Altstadtrings für ein Formel-1-Rennen“, sagte ein Nachtclub-Wirt, der sich wie viele um eine Bar beim Tunnel-Fest beworben hatte. Und gute Umsätze einfuhr. Vier Euro für ein Pils, 9 Euro für einen Longdrink, dazu 10 Euro Eintritt. Kein billiges Vergnügen, aber ein einmaliges.

Organisiert hat den Feten-Doppelpack am Freitag und Samstag Event-Manager Alex Wolfrum, auf dessen Konto auch die Tunnel-Eröffnungen am Petuelring und am Effner-Platz gingen. Auch das ­Kino-Open-Air am Königsplatz trägt seine Handschrift. „Ich habe mich mit einem schlüssigen Konzept bei der Stadt beworben und damit den Auftrag bekommen“, erklärt Wolfrum. Welches Konzept? „Na eben junge Menschen, Musik, Bier und bunte Lichter - das ist seit Jahrzehnten das Patentrezept für eine gute Party.“ Würde auch der Monaco Franze selig so unterschreiben – und war deshalb kein schlechter Patron für das Fest, das erst am Sonntagmorgen um 5 Uhr endete.

Thomas Oßwald

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