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Riesenstreit um zwei Stühle

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Ute Fromm
Verboten! Diesen Tisch nebst den zwei Stühlen vor ihrem Friseurladen muss Inhaberin Ute Fromm wieder entfernen © Michael Westerman

Warum drinnen auf den Haarschnitt warten, wenn draußen die Sonne scheint?

Das dachte sich Friseurin Ute Fromm (53) vor einigen Wochen und kaufte für ihre Kunden einen 50 mal 50 Zentimeter Holztisch und zwei Stühle und stellte diese vor ihren Laden in der Kurfürstenstraße. Da hat sie die Rechnung ohne Münchens Ordnungshüter gemacht. Die kamen vorbei und drohten ihr eine Konventionalstrafe an: Der Tisch muss weg!

Das Kreisverwaltungsreferat ist bei solchen Dingen hart: „Das ist öffentlicher Verkehrsgrund, und hier überwiegt der Gemeingebrauch“, erklärt Sprecher Christopher Habl. Aber das gilt nicht für alle: Gastronomiebetriebe und Lebensmitteleinzelhändler wie Bäcker oder Metzger dürfen seit Juni 2007 eine Freischank-Genehmigung für ein Gehsteig-Café beantragen. Dabei gibt’s natürlich auch strenge Regelungen: Drei Tische und neun Stühle sind ohne baurechtliche Genehmigung erlaubt, die genutzte Fläche darf maximal sechseinhalb Quadratmeter betragen.

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Andere Ladeninhaber wie Ute Fromm gucken in die Röhre – auch Kundenstopper, also Werbeschilder auf dem Gehweg, sind nicht erlaubt. Friseurin Fromm kann das nicht verstehen: „Aber einen Fahrradständer, der den ganzen Gehweg in Beschlag nimmt, darf ich aufstellen – so ein Unsinn!“ Sie wolle ja kein Essen oder Getränke servieren. „Das Warten vor der Tür kann doch nicht verboten sein – und genug Platz zum Durchgehen ist allemal.“ Friseurin Fromm findet: „Das ist ein typischer Fall von Behörden-Irrsinn!“

nba.

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