Ein Zeichen gegen die Krise im Weissen Bräuhaus

So redet zu Guttenberg München stark

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Karl-Theodor zu Guttenberg (l., mit Georg VI. Schneider) sprach am Dienstag im Weissen Bräuhaus

München - „Endlich wieder ein Scherbenhaufen!“ Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg betrat am Montagabend die Bühne im Weissen Bräuhaus mit Witz und Ironie

Er wurde von den 1500 Gästen im Wirtshaus gefeiert wie ein Superstar! Zuvor hatte Georg Schneider, Gastgeber und Chef von Schneider Weisse, ein goldenes Kalb (als Symbol für die Gier nach dem schnellen Euro) zerschlagen.

Das Bräuhaus hatte zu seiner Vernissage „Fantasie schlägt die Krise“ geladen, zu Guttenberg hatte die Schirmherrschaft übernommen. „Ein riesiger PR-Gag? Na und?! Dafür kommt er ohne Steuergelder aus!“, lobte der Minister den Gastgeber, der mit selbst geschaffenen Bildern ein Zeichen gegen die Krise setzte. „Endlich mal kein Wettkampf zwischen Deutschland sucht den Superpessimisten und der schlechtesten geröchelten Nachricht“, befand zu Guttenberg.

Das Krisenjahr fordere uns. Aber der Krise mit Kreativität und der eigenen Hände Kraft zu begegnen, sei besser, als nur Hilfe vom Staat zu erwarten. „Meine Unterstützung ist für eine Familie wie die von Georg Schneider, die sich an Traditionen und der nächsten Generation orientiert, und nicht am Aktienkurs!“

Das Abschlusszeugnis der Regierung

Strecke

Jubel, Beifall, Hände schütteln. Zu Guttenberg, der in den jüngsten Beliebtheits-Umfragen sogar vor Bundeskanzlerin Angela Merkel liegt, genoss ein ausgiebiges Bad in der Menge. Nach einem Rundgang durchs rammelvolle Erdgeschoss zeigte sich der neue Shootingstar auch smart und volksnah im ersten Stock. Wie er mit seiner Beliebtheit umgehe?, fragte ihn die tz. „Ich freue mich vor allem über das Interesse der jungen Menschen. Aber Popularität in der Politik ist endlich. Ich habe meine Aufgabe bis 27. September.“ An jenem Sonntag ist Bundestagswahl. Sogar als künftiger CSU-Kanzlerkandidat wird er gehandelt. Aber davon will zu Guttenberg (noch) nichts wissen. Dabei hat er’s im Weissen Bräuhaus selbst gesagt: „Münchner Kultur ist eine Bereicherung für Berlin!“

Simone Herzner

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