tz-Sommerinterview

Wie entspannt sich eine zwölffache Mutter?

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Maria B. genießt die Minuten, die sie mal für sich hat. Hier tankt sie an einem Brunnen in ihrem Heimatort Kraft.

München - Maria B. ist zwölffache Mutter. Im großen tz-Sommerinterview haben wir uns vorgenommen, mit ihr mal nicht über ihre Kinder zu sprechen.

In diesem tz-Sommerinterview reden wir mit einer zwölffachen Mutter. Wer Kinder hat, kennt das: Jeden Tag ist allerhand geboten, als Mama oder Papa einmal entspannen – das ist schwer. Das weiß auch Maria B. (50). Schließlich hat sie mit Ehemann Manfred (50) zwölf Kinder. An Weihnachten durfte die tz die Familie in Ottobrunn das erste Mal besuchen und über sie berichten. Jetzt treffen wir Mama Maria erneut zum großen tz-Sommerinterview. Doch heute reden wir mit Maria mal nicht über Kinder. Oder sagen wir: Wir nehmen es uns vor…

Machen Sie die Augen zu und denken Sie an Urlaub: Welche Bilder haben Sie im Kopf?

Maria B.: Urlaub ist für mich einfach irgendwo in der Sonne liegen und ein Buch zu lesen. Wenn mal niemand etwas von mir braucht. Das können schon zehn Minuten am Strand sein.

Wo machen Sie denn am liebsten Urlaub?

Maria B.: In Italien, weil ich die Abwechslung liebe. Wir waren mit den Kindern zuletzt in Numana bei Ancona. Man ist am Meer, kann aber auch ins Hinterland fahren und wunderschöne, jahrhundertealte Kirchen und Städtchen anschauen. Obwohl: Meistens sind wir kaum unterwegs – schon muss der Erste aufs Klo oder hat Hunger. Aber Italien ist einfach sehr kinderfreundlich, niemand beschwert sich, wenn die Kleineren mal etwas lauter sind.

Halt, wir wollten doch heute nicht über die Kinder reden!

Maria B. mit tz-Redakteurin Martina Williams.

Maria B.: Ach ja. Dreimal waren wir auch in Dänemark, wir sind mit zwei Autos gefahren, im VW-Bus gibt es neun, im Golf fünf Plätze. In Dänemark bekommt man in der Nachsaison ein großes Ferienhaus mit Pool für etwa das gleiche Geld, das im Süden eine kleine Drei-Zimmer-Ferienwohnung in der Hauptsaison kostet. Leider hat’s in Dänemark beim letzten Mal nur geregnet.

Und Ihr schönster Urlaub?  Maria B.: Einer der schönsten war 2009 in Kroatien nahe Dramalj. Über einen befreundeten Pfarrer durften wir im Pfarrheim wohnen, es gab 20 Betten und eine große Küche. So konnte auch meine Schwester mit. Ich habe es genossen, auch mal mit Erwachsenen zu reden … Das tut gut, wie auch einzelne Wochenenden nur mit meinem Mann allein.

Sie gönnen sich eine kurze Auszeit zu zweit?

1995 waren sie erst zu siebt (links): Damals ging es nach Dänemark.

Maria B.:  Ja, das kann ich allen Eltern nur empfehlen. Als Mutter und Vater denkt man immer zuerst an das, was die Kinder brauchen. Aber man braucht auch Zeit für die Beziehung in der Ehe – man muss etwas bekommen, um es weitergeben zu können. Eltern sollten mal nur zu zweit ins Kino oder zum Essen gehen. Oder, wenn möglich, einmal im Jahr ein Wochenende wegfahren. Die Kinder sind anfangs vielleicht ein bisschen traurig, wenn die Eltern kurz weg sind. Aber sie merken dann sehr schnell, dass die Eltern erholt und fröhlich zurückkommen. Wir waren mal in Wien, mal in Rom, mal in Lissabon, mal am Chiemsee. Das ist Wiederauftanken für den Alltag.

Gibt es einen Ort, wo Sie unbedingt mal hin möchten?

Maria B.:  Ach, ich hatte nie das Gefühl, irgendwo unbedingt hinzumüssen. Wenn mal kein Geld für Urlaub da war, war das auch okay. Ich bin da ganz gelassen und auch gerne zu Hause. Man kann eben mit zwölf Kindern nicht mal schnell wegfliegen. Trotzdem: Wenn ich sehe, wo ich schon überall war, bin ich sehr dankbar.

Wo denn?

Maria B.: Wir waren mit den größeren Kindern auf den katholischen Weltjugendtagen 2013 in Rio de Janeiro, Brasilien, und 2008 in Sidney, Australien, und 1993 in Denver, USA. Das waren großartige Erlebnisse – ich hätte beispielsweise nie gedacht, dass ich mal auf die Christusstatue in Rio schaue. Drei verschiedene Päpste, also Johannes Paul II., Benedikt XVI. und zuletzt Papst Franziskus live zu hören und zu erleben war beeindruckend. Und wenn ich zurückdenke…

Ja?

Maria B.:  …dann würde ich doch noch mal gerne nach Australien – diesmal mit ganz viel Zeit im Gepäck.

Apropos Gepäck: Was muss bei Ihnen unbedingt mit?

Maria B.:  Bücher! Sonst werde ich nervös. Einmal habe ich in Italien alle gelesen, bevor der Urlaub zu Ende war – schlimm. Aber zum Glück habe ich jetzt ein E-Book... Das Kofferpacken packe ich gar nicht (lacht). Als die Kinder klein waren, haben wir uns immer Listen für alle zusammen geschrieben: Für jeden drei kurze Hosen, drei lange, sieben Paar Socken, acht T-Shirts, drei Sweat-Shirts usw. Aber jetzt haben wir ja doch wieder über die Kinder gequatscht…

Hm… wo geht’s denn heuer hin in den Urlaub – und wie viele kommen mit?

Maria B.:  Vielleicht an die Amalfiküste, das sind zwar 1200 Kilometer mit dem Auto, aber die Landschaft soll herrlich sein. Außerdem gibt es dort ein paar kleine Orte, wo man im September auch größere bezahlbare Ferienhäuser bekommt. Weil einige Kinder arbeiten oder studieren, kommen heuer nur sechs bis sieben mit. Und wenn ich dann die Füße das erste Mal ins Meer stecke, dann beginnt der Urlaub.

Marias Sommertipps:

1. Erfrischung von außen: Ein Lieblingsplatz in der Nähe ist für mich das Naturbad Furth bei Oberhaching. Schön angelegt und liebevoll geführt.

2. Mein Sommerrezept: Lauwarme Pasta mit Tomate und Mozzarella. 500 g Pasta (z.B. Penne oder Fusilli) in reichlich Salzwasser bissfest kochen und abgießen. Inzwischen sechs bis acht Tomaten in kleine Stücke schneiden und etwas abtropfen lassen. Drei Kugeln Mozzarella würfeln, zirka vier Esslöffel gutes Olivenöl, ca. sechs EL Balsamico, zwei Handvoll frischen Basilikum grob gehackt, Salz und Pfeffer in einer großen Schüssel vermengen. Zum Schluss die Pasta dazugeben, gut vermischen und abschmecken.

3. Erfrischung von innen: Seit zwei Jahren wissen wir am Abend einen erfrischenden Caipirinha mit viel Eis und Limetten sehr zu schätzen.

Alle bisherigen tz-Sommerinterviews 2015 finden Sie hier.

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