tz-Sommerinterview

Bei Kickbox-Weltmeisterin Marie Lang geht es Schlag auf Schlag

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Sympathisch: Kickbox-Weltmeisterin Marie Lang.

München - Die tz hat interessante Menschen für die Sommerinterview-Serie gewonnen. Im dritten Teil haben wir mit Marie Lang (28), der amtierenden Kickbox-Weltmeisterin, gesprochen.

Frau Lang, Sommerzeit ist Urlaubszeit, wo waren Sie zuletzt?

Lang:Vergangenes Jahr in der Türkei, dieses Jahr fällt der Urlaub wegen der Arbeit flach. Aber grundsätzlich geht’s immer gen Süden, mit der Familie waren wir oft in Spanien. Seit ich mit meinem Freund Dennis und unserem Hund Pebbles in München wohne, ist das Fliegen nicht mehr so einfach. Pebbles ist zu schwer für das Handgepäck, in den Frachtraum wollen wir sie nicht geben. Und unsere Familien sind nicht in der Nähe, um aufzupassen.

Seit wann sind Sie ein Paar?

Lang: Wir kennen uns aus der Schulzeit, haben aber erst wieder Kontakt gehabt, als ich meine Diplomarbeit geschrieben habe. Ich habe Dennis angemailt, weil ich gehofft habe, dass er für mich in meiner Abschlusskollektion modelt. So hat sich das dann ergeben und seitdem ist auch Pebbles in mein Leben.

Wie steht’s mit Italien?

tz-Redakteur Mathias Müller mit Marie Lang

Lang: War ich als Kind, am Gardasee. Der Klassiker! Lang: Mit einer Freundin beim Campen. Der absolute Klassiker. Auch schon in der Modestadt Mailand gewesen? Lang: Nein, aber ich will unbedingt hin, das wird ein Shopping-Urlaub. Als Modedesignerin muss man Mailand gesehen haben, die Stadt verkörpert immer noch Mode pur. Mladen Steko, mein Manager und Trainer, war mit Frau und seinen Kindern dieses Jahr da. Für ihn war es der Horror.

Wie modisch ist München?

Lang: Schon sehr, mir ist kürzlich in Schwabing aufgefallen, dass die Leute in den Cafés gut angezogen sind. Viele haben ihren eigenen Stil, sie laufen nicht einem Trend hinterher, sehen aber cool aus. Das ist nicht in jeder Stadt so.

Wie stehen Sie zur Tracht?

Lang: Finde ich sehr cool, ein Dirndl habe ich bereits selbst genäht und zwei weitere angefangen. Die müssen vor der Wiesn fertig werden. Mir gefällt auch die Lederhose, auch Frauen können sie tragen, wenn sie schöne Beine haben.

Weniger ist mehr – ist das mit Blick auf die Kleidung Ihr Sommermotto?

Lang: Da bin ich ein schlechtes Beispiel, ich trage auch bei 35 Grad noch eine Jeans. Ich fühle mich nicht so wohl in kurzen Hosen.

Aber Sie haben doch eine Topfigur!

Lang: Ich mag meine Beine nicht besonders.

Oha, verstehe. Sofortiger Themenwechsel: Wie steht es mit Eis?

Lang: Ich liebe Eis, habe heute schon eines gegessen.

Müssen Sie in der Vorbereitung auf einen Kampf darauf verzichten?

Lang: Am Anfang habe ich auf Biegen und Brechen wenig gegessen, das hat aber nichts gebracht, mittlerweile bin ich lockerer. Vor dem Kampf gibt’s Süßigkeiten und Fast Food nicht im Überfluss, aber zwischendrin ein Eis, das geht.

Wo gehen Sie in unserer Stadt gerne essen?

Lang: Ich mag die L’Osteria im Künstlerhaus. Und die Biergärten, dort ist es einfach extrem gesellig. Der Hirschgarten liegt zum Glück nicht weit von uns entfernt.

Wir sind hier zum Interview im Nymphenburger Schlosspark. Warum?

Lang: Hier gehe ich oft laufen, auch heute wollte ich noch eine Runde drehen. Aber nur, wenn es noch hell ist. Im Dunkeln hätte ich mich beinahe mal verlaufen. Immer an der Mauer entlang habe ich zum Glück doch noch den richtigen Ausgang gefunden.

In welchem Stadtteil haben Sie früher gewohnt? 

Lang: In Giesing, damals war es aber noch nicht so hip. Der Wandel hat erst mit dem Puerto Giesing im alten Hertie-Kaufhaus begonnen. Heute wohnen wir in Obermenzing. Mir gefällt das, ich brauche den ganzen Trubel nicht gleich vor der Haustür. Und hier ist es fast so grün wie auf dem Dorf. Beim Spazierengehen sieht man viele schöne Villen, ich mag die Gegend.

Sie sind Weltmeisterin, aber halt nicht im Fußball, wo man Millionen verdient. Sind Sie vom Münchner Mietwahnsinn betroffen?

Lang: Das trifft es ganz gut. Aber wir hatten Glück, der Preis ist in Ordnung und gleich die erste Wohnung war ein Treffer.

Welches Ziel haben Sie sich für die nächste Jahre gesetzt?

Lang: Ein Hauptkampf, wie ihn Chrissie Theiss hatte, das wäre cool. Und ich will meine Gegnerin ausknocken. Einen K.o. gibt es in meiner Gewichtsklasse bis 62 Kilogramm nicht so oft, weil wir nicht so viel Wucht in den Schlägen haben. Aber das kommt noch.

Marie Langs Sommertipps

Das Seehaus im Englischen Garten – einfach traumhaft.

Das beste Eis gibt es beim Sarcletti am Rotkreuzplatz und beim Schuhbeck. Komischerweise lande ich immer beim klassischen Vanille und Stracciatella.

Ich liebe es im Sommer, zu grillen und dazu ein kaltes Radler zu trinken (natürlich nur, wenn ich keine Vorbereitung habe). Aber ich finde, es gibt nichts Besseres.

Alle bisherigen tz-Sommerinterviews 2015 finden Sie hier.

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