Nato tritt Koalition im Kampf gegen den IS bei

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In der tz spricht das Opfer Marianne M. (65)

"Die Putzfrau wollte mich erschlagen!"

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Marianne M. (65) hat einen mutmaßlichen Mordversuch überlebt: Die eigene Putzfrau hat sie mit einem Hammer in ihrer Wohnung in Solln niedergeschlagen! Die Wunden mussten mit 29 Stichen genäht werden

München - Marianne M. (65) wurde mit einem Hammer niedergeschlagen - von der eigenen Putzfrau! Am Freitag spricht die tapfere Frau mit der tz über den Schock-Moment.

Der Morgen beginnt wie viele andere: Am Mittwoch klingelt es gegen 9.30 Uhr bei Marianne M. (65) in Solln an der Haustür. Die verwitwete Rentnerin schaut aus dem Schlafzimmerfenster – unten steht der Briefträger. „Da ist jemand für sie“, sagt er noch und geht. Arglos geht die Seniorin nach unten und öffnet die Haustür. Wenig später liegt Marianne M. blutüberströmt am Boden – mit einem Hammer niedergeschlagen. Von der eigenen Putzfrau!

Am Freitag spricht die tapfere Marianne M. mit der tz über den Schock-Moment: „Erst sah ich niemanden, dann kamen schon die Schläge – erst einer, dann noch einer. Ich war völlig baff: Vor mir stand die Schwester meiner Putzfrau, die auch manchmal bei mir im Haushalt half und putzte.“ Mit einem Hammer bewaffnet steht die 58-jährige Reinigungshilfe in der Haustür und zieht der Hausbewohnerin das Gusseisen mit ganzer Kraft über den Schädel. „Sie schlug einfach zu, ohne Vorwarnung, und sagte auch nichts. Sie war eiskalt.“ Marianne M. wehrt sich zunächst noch, bricht dann aber blutend zusammen. Ihre Schreie hören die Nachbarn nicht. „Mir lief sofort das Blut übers Gesicht. Überall war Blut, ich habe kaum noch etwas gesehen.“

Doch bei der Attacke bleibt es nicht: „Als ich so da lag, zog sie den Schlüssel von der Haustür innen ab und schloss die Tür, damit niemand mehr rein kann“, berichtet die Rentnerin.Nach Angaben der Polizei geht die Putzfrau an ihrem Opfer vorbei in den ersten Stock des Hauses und stopft sich die Taschen voller Schmuck. Wo die wertvollen Stücke liegen, weiß sie ja: Denn über Jahre hatte sie der alleinstehenden Seniorin im Haushalt geholfen.

Bis sie beim Putzen in die Schublade griff: Nach tz-Informationen hat die Putzfrau schon einmal bei Marianne M. Schmuck geklaut – die Rentnerin hatte sie deshalb entlassen. Der Fall landete sogar vor dem Münchner Amtsgericht, die Putzfrau wurde zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Möglicherweise war es eine Tat aus Rache. Das Opfer sagt: „Sie kam mir immer schon ein bisschen komisch vor.“

Die Täterin flüchtet – und lässt Marianne M. einfach liegen. „Ich hatte schlimme Schmerzen am Kopf und konnte mich kaum rühren. Mit letzter Kraft habe ich meine Tochter angerufen. Ich habe so stark geblutet, dass ich die Tasten kaum noch erkennen konnte“, berichtet die Rentnerin. Der Notarzt bringt sie ins Krankenhaus – durch den Hammer-Angriff hat die Rentnerin mehrere Platzwunden und Prellungen am Schädel erlitten. Sie muss mit 29 Stichen genäht werden.„Ich sehe ganz fürchterlich aus und traue mich gar nicht mehr, unter Menschen zu gehen. Ich muss jetzt wohl eine Perücke tragen, wenn ich aus dem Haus gehe.“

Der Polizei kann sie aber noch den Namen ihrer Putzfrau sagen. So gelingt wenig später die Festnahme der arbeitslosen Frau in deren Wohnung! Sie wohnte die letzten drei Jahre in Laim, wohl über ihre Verhältnisse. „Ich habe mich schon lange gewundert, wie sie sich die Wohnung hier leisten konnte“, erzählt ein Nachbar. Vermutlich wollte sie ausziehen, weil sich vor ihrer Wohnungstür mehrere Umzugskartons stapeln. Zu den Nachbarn hatte sie keinen Kontakt. Sie lebt allein, hat nur eine Katze und ist extreme Raucherin.

Die Polizei wertet die brutale Hammer-Attacke als Mordversuch. Die Mordkommission übernimmt und ermittelt noch. Der Ermittlungsrichter erlässt Haftbefehl. Der Täterin drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Andreas Thieme, Jacob Mell

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